Literatur Mara-Cassens-Preis: Südpfälzerin Nora Schramm wird für das beste Romandebüt ausgezeichnet
„Jedes Wort, jeder Satz sitzt in diesem bemerkenswerten Debütroman. Scharf beobachtend entwirft die Autorin Szenen einer bürgerlichen Kleinfamilie und seziert die finanziellen und zwischenmenschlichen Werte“, heißt es zur Begründung, warum Nora Schramm den renommierten Cassens-Preis erhält. Erzählt wird darin von einem Heimatbesuch von Helene kurz vor Weihnachten bei ihren Eltern im fiktiven Dorf Findelheim. Der Arzt, der als Pharma-Berater arbeitet und seine Frau sind „Zugezogene“ der ersten Stunde. Sie haben sich gerade scheiden lassen. Am Bahnhof, wo sie Helene abholen, stehen sie „so weit auseinander, dass man einfach durch ihre Mitte gehen könnte“. „An diesem Abstand“, heißt es gleich zu Beginn, „erkenne ich sie von Weitem“. Voller Irritation und Sprachwitz werden in der Folge deren Regungen seziert. Der Roman, eine Zerlegung. Im Deutschlandfunk hieß es, wie Schramm „die kleinbürgerliche Trostlosigkeit und das Aufbrechen der Fassaden fasst“, sei „beeindruckend“. Es ist nicht die erste Auszeichnung, die die in Köln lebende Autorin erhält. Sie hat Fremdsprachen und Kulturwissenschaften in Gießen sowie Theorien und Praktiken professionellen Schreibens in Köln studiert. Unter anderem ist sie mit dem Baldreit-Stipendium Baden-Baden, dem Spaltmaße-Stipendium der Jürgen-Ponto-Stiftung und einem Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats geehrt worden. „Hohle Räume“ ist im Frühjahr beim Berliner Verlag Matthes & Seitz erschienen. Der Mara-Cassens-Preis wird ihr am 15. Januar in Hamburg verliehen.