Lothringen RHEINPFALZ Plus Artikel Kunstprojekt in Bitsch unsanft gestoppt

18 Monate lang war in dem früheren Kasernenbau die Straßenkunst zuhause. Jetzt streiten Anwälte.
18 Monate lang war in dem früheren Kasernenbau die Straßenkunst zuhause. Jetzt streiten Anwälte.

Nach nur eineinhalb Jahren ist Schluss mit dem Street-Art-Projekt „Mausa on the Bitche“ in einer früheren Kaserne. Für diese wurde, sagt die Stadt, nie Miete bezahlt.

1898 haben die Deutschen auf dem Kasernengelände die Kaserne Freiherr von Falkenstein errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie in Teyssier-Kaserne umbenannt, nach jenem Kommandanten der Zitadelle, der 1870 unter hohen Verlusten bis zuletzt in der Festung der deutschen Übermacht trotzte. Seit 1997 standen die Kasernenbauten leer. Nur eine benachbarte Halle wurde in eine Markthalle umgebaut, in der jeden Samstag ein Marché couvert stattfindet.

2023 entdeckte das Gelände der Galerist Stanislas Belhomme, der im elsässischen Neuf-Brisach bereits ein „Musée des Arts Urbains et du Street Art“, abgekürzt Mausa, eröffnet hatte. Auf zwei Etagen konnten sich nun auch Künstler in dem Kasernenbau in Lothringen austoben. Wer das Gemäuer betrat, war sofort in einer ganz anderen Welt. In einer der früheren Kasernenstuben hatten Berliner Künstler etwa einen halben Trabant so installiert, als ob er durch die Mauer bräche.

Anderswo geht es weiter

Dann kam das Aus für das Bitscher Projekt. Bürgermeister Kieffer ließ im Februar die Schlösser austauschen. Belhomme kam nicht mehr hinein in das Museum. Seitdem kommuniziere die Stadt mit dem Unternehmer nur noch per Anwalt, wie von Kieffer zu erfahren ist. Konkret gehe es um Mietschulden in Höhe von 7000 Euro. Von Beginn an sei keine Miete gezahlt worden. Der Bürgermeister will sich dazu nicht weiter äußern. Seine Sprecherin kündigte noch im Frühjahr eine Wiedereröffnung für Sommer an und sagt nun auch nichts mehr.

Der Kunsthändler allerdings ist in Sachen Mausa weiterhin aktiv. In Saint Chamond bei Lyon hat er auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern das dritte Mausa eröffnet. Die Stadt Saint Chamond hat ihm eine frühere Panzerfabrik überlassen. Im Mai feierte er dort Eröffnung mit dem gleichen Konzept wie in Bitsch. Künstler aus der ganzen Welt wurden eingeladen, die auf den Wänden und Objekten in der Halle ihre Kunst hinterließen. Der Hallenname „H07“ dort ist der Projektname: Mausa H07.

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