Künstler-Austausch RHEINPFALZ Plus Artikel Kulturnetz Pfalz: Neuer Verein berät auch in Sachen Fördertöpfe

Reinhard Geller, Roderick Haas und Max Punstein wollen Künstler vernetzen.
Reinhard Geller, Roderick Haas und Max Punstein wollen Künstler vernetzen.

Der Verein ist noch jung und gerade dabei, immer mehr Ideen zu entwickeln: Seit April 2018 ist der Verein Kulturnetz Pfalz Ansprechpartner für die freie Kunstszene in der Westpfalz und darüber hinaus. Seit Mai 2019 fungiert er in Gestalt von Roderick Haas zudem als Service- und Beratungsstelle für die freie Szene im südlichen Rheinland-Pfalz und unterstützt Künstler bei der Suche nach passenden Fördertöpfen.

Ein Ziel des Vereins sei es, Künstler untereinander zu vernetzen, schildert Vereinsvorstand Reinhard Geller. Denn häufig wüssten diese nicht, dass es andere Künstler in ihrer Region gibt, die an ähnlichen Projekten arbeiten. Der Verein befinde sich derzeit im Aufbau, Mitglieder können Einzelpersonen, Institutionen, Vereine und Körperschaften werden, ergänzt Max Punstein, der neben Geller, Marie Gouil und Siegfried Schliebs ebenfalls im Vorstand des Vereins tätig ist.

Pirmasens und Kusel schon dabei

Die Städte Pirmasens und Kusel sind bereits eingetreten. In beiden Städten habe der Verein bereits sehr erfolgreich eine Kulturwerkstatt veranstaltet, bei der unterschiedliche Menschen zusammenkamen und sich miteinander ausgetauscht haben. „Dort lernen sich die Leute kennen, die sich kennen sollten“, fasst es Geller zusammen.

Solche Treffen funktionierten im Prinzip wie eine Bestandsaufnahme in einem bestimmten Gebiet: Welche Künstler und welche Projekte gibt es überhaupt? Gerade in kleinen Kommunen, in denen viel ehrenamtlich laufe, könne dies eine große Unterstützung sein, damit eine Kulturförderung überhaupt erst entstehen könne. Sobald sich die Akteure vor Ort zusammengesetzt hätten, könne ein Konzept entwickelt werden, das anschließend in eine konkrete Antragsstellung für Fördergelder übergehe – alles mit Unterstützung und Begleitung durch den Verein.

Erst einmal bekannter werden

Die Hauptaufgabe für dieses Jahr sehe der Verein darin, bekannter zu werden und Mitglieder zu akquirieren, betont Geller. Denn alles, was der Verein an Mitgliedsbeiträgen einnehme, komme direkt den Künstlern wieder zu Gute. Weiter werde daran gearbeitet, den Mitgliedern einen Mehrwert zu generieren – beispielsweise durch Workshops, die sie zu vergünstigten Konditionen besuchen könnten. Es gebe bereits eine Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro Rheinland-Pfalz in Lahnstein, das regelmäßig Kulturseminare anbiete.

Kulturberater kennt Fördertöpfe

Seit einem Jahr ist dem Verein mit Roderick Haas ein Kulturberater eingegliedert. Haas berät Einzelpersonen, Vereine, Initiativen und Einrichtungen mit Schwerpunkt im südlichen Rheinland-Pfalz. Haas ist zuständig für alle kulturellen Sparten, seine Stelle wird vom Land Rheinland-Pfalz finanziert, sein Büro in der Emmerich-Smola-Musikschule und -Akademie Kaiserslautern hat die Stadt Kaiserslautern zur Verfügung gestellt. Seine Aufgabe sei zu 80 Prozent, gemeinsam mit den Künstlern herauszufinden, welche passende Fördermaßnahmen auf Kommunal-, Landes-, Bundes- oder Europaebene sowie im Stiftungsbereich es für ihre jeweiligen Projekte gebe, erklärt Haas. Gemeinsam könne dann eine Finanzierungsstrategie entwickelt werden. Dies alles sei für die Künstler kostenfrei. Weiter erstelle der Verein Infomaterialien zu verschiedenen Themen, beispielsweise eine Übersicht über mögliche Ausstellungsörtlichkeiten für bildende Künstler in Kaiserslautern und Umgebung.

Netzwerk-Arbeit in Corona-Zeiten

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben die Kulturschaffenden extrem getroffen, wie Haas schildert. So gebe es viele frei schaffende Künstler, denen in den vergangenen Wochen die Existenzgrundlage genommen worden sei. Oft seien sie nicht angestellt und lebten von dem Geld, das sie bei Auftritten oder als freie Lehrer verdienten. „Diesen Künstlern brechen gleich zwei Standbeine weg“, schildert Haas. Doch auch den Instituten, Vereinen, Museen, Kultureinrichtungen fallen aufgrund der Corona-Krise die Einnahmen weg. „Die Notwendigkeit der Beratung hat sich durch Corona noch einmal geschärft“, sagt Haas. Wenn der finanzielle Boden wanke, sei es noch wichtiger, sich miteinander zu vernetzen, sind Haas und Geller überzeugt.

Im Internet

https://kulturnetzpfalz.de/

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