Kultur Historisches Museum der Pfalz in Speyer präsentiert sein Programm 2018

„Marilyn“, ein Gemälde von Alexander Timoveev.
»Marilyn«, ein Gemälde von Alexander Timoveev.

Noch bevölkern Richard Löwenherz und Robin Hood mit ihrem Gefolge die Ausstellungssäle des Historischen Museums der Pfalz und sorgen für Höhenflüge auf dem Besucherzahlen-Barometer. Aber im Historischen Museum der Pfalz laufen schon längst die Vorbereitungen für das Ausstellungsprogramm 2018, das gestern präsentiert wurde.

Buntes und Populäres für die ganze Familie, wissenschaftlich Hochkarätiges, so präsentiert, dass es Lust macht, vom Laien zum Experten zu werden: Das Rezept, mit dem die Speyerer Ausstellungsmacher rund um ihren Chef Alexander Schubert 2017 rund 180.000 Besucher ins Historische Museum lockten, sollte auch in diesem Jahr funktionieren. Noch eine Zutat darf in Speyer nicht vergessen werden: das Pfälzische. Es kommt in diesem Jahr in Gestalt des spätantiken Kaisers Flavius Valentinianus I. 321-375), der Augusta Treverorum (Trier) zu seiner bevorzugten Residenz erwählte und in der heutigen Pfalz für eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit vor dem Niedergang sorgte. Das jedenfalls haben Grabungen der vergangenen Jahre in der Region ans Tageslicht gebracht. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe, der Direktion Landesarchäologie in Speyer und dem Heidelberg Center für Cultural Heritage der Universität Heidelberg entstanden ist, wird Funde aus Eisenberg, Ungstein, Wachenheim, Gönnheim und Speyer zeigen. Man wird, verrät Kuratorin Melanie Herget, das gängige Bild von der Dekadenz der Spätantike revidieren müssen. Kaiser Valentinian folgt – ab 16. September – auf Kanzler Kohl und dessen derzeit noch gezeigte „Weltbühne Speyer“: in der ehemaligen Bibliothek mit Domblick, neu eröffnete Ausstellungsräume, die den Wegfall des noch ungelösten Sanierungsfalls Neubau verschmerzbarer machen sollen. Auf Robin Hood, den Helden in Strumpfhosen, folgt – ab 16. Dezember – Marilyn Monroe. Ausgewählte Objekte aus dem Nachlass der wohl meistfotografierten Frau des 20. Jahrhunderts, zur Verfügung gestellt von einem passionierten Sammler, dem Kurpfälzer Ted Stampfer, der als Fotograf, Autor und Kurator international tätig ist. Die Monroe-Schau will mit privaten Gegenständen aus dem persönlichen Nachlass, Briefen, Filmdokumenten und Accessoires die starke Persönlichkeit der Monroe in den Vordergrund rücken. Noch vor der bis heute faszinierenden Frau und dem bislang verkannten römischen Kaiser zieht das Sams ins Museum ein, aus Anlass des 80. Geburtstags seines Schöpfers Paul Maar. Und mit dem Fantasiewesen aus der Welt des populären Kinderbuchautors kommen etliche andere Kinderbuchhelden, um mit dem Sams Geburtstag zu feiern: in der großen Familien-Ausstellung, die am 1. Juni eröffnet wird und in der auch Erwachsene die Helden ihrer Kindheit treffen können. Als Geburtstagsbesucher angekündigt sind Pipi Langstrumpf, Meister Eder und sein Pumuckl, Räuber Hotzenplotz, das kleine Gespenst und der kleine Wassermann, Robbi, Tobbi mitsamt dem Flüwatüüt, der Grüffelo und das Grüffelo-Kind und viele andere. Die Fantasiewelten aus der Kinderbuchliteratur des 20. und 21. Jahrhunderts, die beim Lesen in den Köpfen entstehen, sollen im Museum lebendig werden. Damit das gelingt, gibt es, wie bei der Robin-Hood-Ausstellung, einen Kinderbeirat, der die Kuratorinnen des Jungen Museums unterstützt. Man darf sich freuen auf die Wohnung von Herrn Taschenbier, die Küche der Villa Kunterbunt, die Höhle der Olchis auf dem Müll. Dort darf dann auch gesungen werden. Eine Wunschmaschine ist angekündigt, bei der man „samsige“ Wünsche äußern darf. Und natürlich wird es Medienstationen geben, die weitere Informationen bieten – auch zu jüngst laut gewordenen Fragen zur politischen Korrektheit von „Pipi Langstrumpf“ und der Debatte um den „Negerkönig“, der jetzt „Südseekönig“ heißt. Dass Astrid Lindgrens freche Göre schon bei ihrem ersten Auftritt in der Kinderbuch-Szene Entsetzen bei Pädagogen auslöste, ist fast in Vergessenheit geraten. Dass etwa Cornelia Funke, wie auch Paul Maar, nicht nur schreiben, sondern auch exzellent mit dem Zeichenstift umgehen können, wird ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein. Paul Maar selbst und Sams-Darstellerin ChrisTine Urspruch werden die Audioguides dazu besprechen Mehr über die aktuellen und die kommenden Ausstellungen ebenso wie über das abwechslungsreiche Begleitprogramm ist nachzulesen auf der Homepage des Museums unter www.museum.speyer.de.

Die Grüffelos kommen aus dem Kreuznacher Museum für Puppentheater-Kultur nach Speyer.
Die Grüffelos kommen aus dem Kreuznacher Museum für Puppentheater-Kultur nach Speyer.
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