Kommentar
Gehirn einschalten
Die Botschaft ist klar: Das Gesundheitsamt ist überlastet, die Pandemie ist dermaßen außer Kontrolle, dass die Behörden am unteren Ende der Befehlskette sie nicht mehr bewältigen können. Nun liegt es an uns. Das ist ärgerlich, weil die ganze Situation vermeidbar gewesen wäre, wenn die Politik früher auf Fachleute gehört hätte und das Versprechen, dazulernen zu wollen, auch gehalten hätte. Aber das anzumerken nutzt jetzt auch nichts mehr.
Es ist nicht schlimm, wenn jemand wegen eines positiven Corona-Testergebnisses Angst hat oder unsicher ist und erstmal nicht mehr weiter weiß. Natürlich ist man verunsichert. Fragen drängen sich auf – vor allem, wie man sich richtig verhält, um Familie und Freunde zu schützen. Die wichtigste Grundregel: Wer infiziert ist, meidet strikt den direkten Kontakt zu den Mitmenschen. Die weiteren Informationen liegen alle vor – im Internet oder in Begleitschreiben, die das Gesundheitsamt verschickt. Niemand ist von der Pflicht entbunden, sich zu informieren.
Wir sind schließlich alle keine Babys, denen man den Popo pudern muss. Wir sind Staatsbürger eines demokratischen Gemeinwesens. Und als solche werden wir es wohl schaffen, uns verantwortlich zu verhalten – gerade, wenn in einer Situation wie jetzt die Stricke zu reißen drohen.
