Kommentar
Fast wie früher: Das Ludwigshafener Festival des deutschen Films
Nach zwei Jahren mit abgespecktem Angebot und vielen Ängsten war das Grundgefühl der diesjährigen Parkinsel-Festivals erleichterte Freude bei allen Beteiligten: Es ist fast wie früher gewesen. Und vielleicht sogar noch schöner. Denn vielen Festivalfans ist durch die Coronazeit klar geworden, welches Privileg es ist, ein Filmfestival vor der Haustür zu haben, das wunderbare gemeinschaftliche Erlebnisse möglich macht. Sowohl im Kinosaal als auch an den Bierbänken am Rheinufer.
Viele Filme haben schon nachmittags für fast volle Zelte gesorgt – rund 900 Sitze gab es diesmal pro Kino –, selbst wochentags oder an einem regnerischen Samstag wie dem letzten. Die 73 Filmgespräche sind zu lebendigen Dialogen mit dem Publikum geworden, schließlich waren die Filmteams ausnahmslos sehr nahbar und nach der verordneten Einsamkeit der Pandemie sichtlich dankbar, wieder Autogramme geben zu dürfen, für Selfies zu posieren und – wie immer in Ludwigshafen – auch kritische Fragen zu beantworten. Das Wetter hat bis fast zum Schluss ebenfalls mitgespielt, so dass der Schorlekonsum reichlich war, was für die Gegenfinanzierung des Etats essenziell ist. Ein voller Erfolg also für Macher und Publikum, das neben den vielen Komödien auch härtere Kost durchaus goutierte.
Künftige Herausforderungen
Da lässt sich denn auch darüber hinweg sehen, dass der diesjährige Wettbewerbsjahrgang recht schwach ausgefallen ist. Große Filmkunst bot kaum ein Stoff.
Die 19. Ausgabe dürfte dennoch keine einfache werden: Angesichts von Preissteigerungen reichen Besucherzahlen wie die diesjährigen – 88.000 – dem Festivalchef zufolge nicht, um schwarze Zahlen zu schreiben. Bis zu 20.000 Besucher mehr anzulocken, dürfte jedoch schwer werden: Eben jene Preissteigerungen könnten Besucher zu Sparsamkeit zwingen. Ganz zu schweigen von der Unwägbarkeit des Wetters.
Lesen Sie hier den Abschlussbericht zum Festival.


