Ludwigshafen
Davina Chanel Fox ist neu im Ludwigshafener „Tatort“
Im Vorderpfälzer Kommissariat sind zwei Plätze frei, seit Anfang dieses Jahres zwei altgediente und beliebte Mitarbeiter in Rente geschickt wurden. Kriminaltechniker Peter Becker (gespielt von Peter Espeloer) und Sekretärin Edith Keller (Annalena Schmidt) sind nach mehr als 25 Jahren aus dem Team ausgeschieden.
Sie spielt im neuen Fall mit
Im neuen Fall, der am 27. Oktober im Ersten gesendet wird, sieben die Kommissarinnen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) selbst Bewerber aus und merken schnell, dass die meisten von ihnen als Sekretärin oder Assistentin, wie es jetzt heißt, überhaupt nicht infrage kommen.
Dabei sitzt schon fast von Beginn der Jubiläumsepisode die wohl am besten qualifizierte Kraft in Odenthals unmittelbarer Nähe. Mara, die beim LKA arbeitet, wohnt der internen Befragung bei, der die Kommissarin sich unterziehen muss. Sie ist am Ende nicht die einzige Bewerberin, die eine Chance hat, sondern da wäre auch noch ihr Konkurrent Nico, den der gebürtige Sachse Johannes Scheidweiler spielt. Davina Chanel Fox besitzt ihm gegenüber jedoch einen wohl maßgeblichen Vorteil, nämlich die Befähigung, authentisch im pfälzischen Dialekt zu reden.
1997 in Texas geboren, in Hochspeyer aufgewachsen
Zwar wurde sie 1997 als Tochter eines US-Soldaten im fernen Texas geboren, kam aber bereits 1999 nach Deutschland und ist in der Gemeinde Hochspeyer im Kreis Kaiserslautern aufgewachsen. Sie hat in Kaiserslautern das Heinrich-Heine-Gymnasium mit dem Fachabitur abgeschlossen.
„Ich wollte unbedingt in die Moderation, das war mein Traumjob“, berichtet sie. Der Schule folgte also eine zweijährige Ausbildung zur Hörfunkredakteurin beim Privatsender Antenne Kaiserslautern. Da hat sie meistens nachmittags moderiert, ist aber nebenher auch beim Jungen Pfalztheater aufgetreten. In „Siegfried simulieren – Ein Personenkreis der anderen Art“ spielte sie eine Moderatorin und ein Blutkörperchen. „Das war ein ganz abgespacetes Stück“, erinnert Fox sich. Aber Schauspielerin zu werden, war eigentlich nicht ihr Plan. „Ich liebe das Sprechen, ich liebe die Arbeit am Mikrofon und wollte dann eigentlich Synchronsprecherin werden“, blickt sie zurück.
Schauspielschule in Hamburg
Schließlich sei ihr jedoch geraten worden, doch eine Schauspielschule zu besuchen, auch um noch besser artikulieren zu lernen. Mit einem Freund ist sie damals nach Hamburg gezogen, wo sie heute noch lebt, und hat die private Schule für Schauspiel Hamburg (SFSH) besucht. Auf der Bühne zu stehen, sagt die 26-Jährige, „ist schon geil“, und vor der Kamera zu stehen, „ist auch ziemlich geil. Tatsächlich schlägt mein Herz jetzt absolut für die Schauspielerei.“
Im vergangenen Jahr stand Fox als Jim Knopf neben Lukas, dem Lokomotivführer, auf der Bühne der Burgfestspiele Bad Vilbel. „Ziemlich viel Werbung“ habe sie daneben gemacht und sei in verschiedenen Musikvideos aufgetreten. Das eindrücklichste – auch auf YouTube zu finden – ist „Stairwell“ der Hamburger Indie-Pop-Band Small Fires. Eine kleine Robinsonade zweier Gestrandeter, die sich finden und vor Quadratschädeln fliehen. „Das war für mich das erste Mal, wo ich eine größere Rolle hatte und mehrere Tage drehen durfte.“
Frühere „Tatort“-Auftritte
Aber auch schon im SWR-„Tatort“, und nicht erst jetzt in „Dein gutes Recht“, sondern bereits im vorletzten Fall „Gold“, der 2023 gesendet wurde, konnte Fox eine ansehnliche Visitenkarte abgeben. Da war sie, wer sich erinnert, eine Zeugin in Deidesheim, die Schüsse gehört hatte und in den Weinbergen noch einmal die Richtung angeben sollte, woher sie wohl kamen. „Do hot änner geschoss'“ und noch mehr, bekundet sie in ihrem heimatlichen Westpfälzer Dialekt. Das war der Auftritt, auf den der entscheidende Anruf folgte. „Ob ich das machen möchte, ob ich Lust auf die Rolle hätte. Ich hab' gesagt, auf jeden Fall und hier sind wir nun!“ sagt Fox und spricht dabei viel weniger Dialekt als im „Tatort“. Aber dass sie es kann, beweist sie außer in „Gold“ auch im aktuellen 80. Fall. Auch in den beiden kommenden Episoden „Der Stelzenmann“ und „Ordnung ist das halbe Leben“, die bereits jetzt abgedreht sind, jedoch erst nächstes Jahr gesendet werden, ist sie wieder dabei. Da wird man sehen, ob sie die vakante Stelle bekommt, und ob vielleicht auch für Kriminaltechniker Peter Becker Ersatz gefunden wird, und ob der auch Pälzisch babbelt oder nicht ...