Nachruf
Dalí aus Bolanden: Hermann Hoormann tot
Hermann Hoormann, am 10. Dezember 1933 in Meppen im Emsland geboren, aber längst untrennbar mit Bolanden in der Nordpfalz verbunden, studierte zunächst Bildene Kunst auf Lehramt und wirkte als Kunsterzieher am Nordpfalzgymnasium in Kirchheimbolanden, bis er 1990 den Sprung in die Freiberuflichkeit wagte. Er gilt als Vertreter des Phantastischen Realismus und war seit sechs Jahrzehnten in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten, unter anderem in München, Wien, Düsseldorf, Paris, Bonn oder Worpswede, aber auch in der näheren Umgebung, etwa in Mainz, Worms, Landau, Frankental, Speyer und Neustadt.
Sein besonderes Augenmerk galt dem Grotesken in der Kunst, dabei neigte er selbst in seinen großflächigen Grafiken und Ölgemälden zur detailreichen Collage, oft mit manieriert-verspielten Motiven, die an Traumsequenzen erinnerten, häufig mit ironisch-satirischen Untertönen.
Wie er selbst im Gespräch immer wieder betonte, bildete eine solide zeichnerische Ausbildung dabei die Grundlage, auf der er sein freies Spiel der Imagination entwickelte. Dabei kombinierte er oft eine Fülle von Gegenständen, die auf den ersten – und den zweiten – Blick nichts miteinander zu tun hatten, in der Absicht die Betrachter zum Nachdenken anzuregen. Hoormann scheute sich auch nicht, sich von bekannten Kunstwerken inspirieren zu lassen. Anklänge an Hieronymus Bosch, Breughel, Giuseppe Arcimboldo oder Salvador Dali waren hier durchaus gewollt.