Kunst RHEINPFALZ Plus Artikel Alles wunderbar: Franz Bernhards „Aufragende“ vor dem Museum Pfalzgalerie enthüllt

Vorher, nachher: Die Bernhard-Skulptur, noch verhüllt.
Vorher, nachher: Die Bernhard-Skulptur, noch verhüllt.

Ankunft am ersten Advent: Franz Bernhards Skulptur „Aufragende“ steht jetzt vor dem Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern – ein Geschenk der Pfälzerinnen und Pfälzer an sich selbst. Wie war die Feier?

Die Kälte klirrend. Ein rotes Tuch flatterte im Wind, verrutschte dann zusehends. Eine Enthüllung auf Raten. Den Umstehenden wurde es warm ums Herz. Trommelgewitter, Geschepper, Tuschs auf Tonnen und leeren Farbeimern, der Klangperformer Michael Gärtner ließ es krachen. Alexander Schweitzer, SPD-Landesminister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung überblickte 2,06 Meter groß die Szenerie, die Vertretung der Kulturministerin Katharina Binz (Grüne). Und alles am ersten Adventssonntagmorgen. Eine Ankunft. Ein Triumph.

Dass Franz Bernhards Skulptur „Aufragende“ jetzt hoch über der Stadt auf dem Vorplatz des Museums Pfalzgalerie steht, fest verankert auf ewig und drei Tage, der energievibrierende, zeichenhafte Augenfänger in der Sichtachse zwischen Pfalzgalerie und dem Stadion auf dem Betzenberg, ist ein Geschenk. An das Museum, an den Bezirksverband, an die scheidende Museumsdirektorin Britta Buhlmann, sowieso an alle. Der Bürgerinitiative „Ein Bernhard für die Pfalz“ zu verdanken. Die Initiatoren standen stolz wie Bolle – selig, froh. Beide mit Hut, der Tiefenthaler Kunstaktivist und Galerist Wolfgang Thomeczek und Manfred Geis, SPD-Politiker und Vorsitzender des Bezirkstags-Kulturausschusses.

Frischer Wind

Kurz zur Erinnerung: Die beiden haben 55.000 Euro – 90.000 eigentlich, wenn man Thomeczeks gespendete Provision mitrechnet – zusammengebracht, um die Arbeit des 2013 verstorbenen Jockgrimer Documenta-Künstlers zu kaufen. Mit Hilfe von Kunstspendern wie Robert Schad oder Michael Dekker und Kunstspenderinnen wie Barbara Klemm und Madeleine Dietz. Dazu haben viele Pfälzer Geld gegeben, Scheine in Umschläge und Boxen gesteckt, geworben, Kunst gekauft, der Förderverein des Museums hat sich eingebracht, die Andreas C.H. Schell-Stiftung, die den Bernhard-Nachlass besitzt, die Kultur-Stiftung des Landes, etc.

Wolfgang Thomeczek sagte in seiner kurzen Ansprache, Lucia Bernhard, die Witwe und Verkäuferin der „Aufragenden“, habe ihm gesagt, sie sei stolzerfüllt über die Pfälzer. Die Initiative, eine Würdigung en gros. Der Bezirkstagsvorsitzende war „sprachlos“ und hielt eine Rede. Die Kulturkoordinatorin des Bezirksverbandes, Tanja Hermann, sprach von einer „beeindruckenden, wertvollen“ Gesellschaftsleistung. Annette Reich, die Leiterin der Gemälde- und Skulpturensammlung, beschrieb ihren Neuzugang nach allen Regeln der Kunst. „Wunderbar“ war die Vokabel, die am meisten gebraucht wurde. Wunderbare Arbeit, wunderbare Aktion, wunderbare Pfalz, wunderbare Pfälzer. Dann warteten Sekt und Selters – kaltgestellt wie von allein. Klirrend. Dazu frischer Wind über Kaiserslautern.

Nach der Zeremonie.: „Die Aufragende“, angekommen.
Nach der Zeremonie.: »Die Aufragende«, angekommen.
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