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Es geht voran im Lande! Der Landstrich floriert, überall wird gebaut. Okay..., das heißt jetzt nicht direkt, dass es voran geht. Sondern eher, dass es stockt. Vor den Baustellen und drumherum. In Otterbach haben wir dies bei der Sperrung der Ortsdurchfahrt – die nach fast eineinhalb Jahren am Mittwoch endlich freigegeben wurde – deutlich zu spüren bekommen. Da reicht so eine simple Sperrbake sogar mal für saftige Kraftausdrücke der Anwohner auf den Schleichwegen.

Das wird es im gesitteten Enkenbach-Alsenborn natürlich nicht geben. Dort wird ab Montag in der Straße Am Mühlberg die Fahrbahn aufgerissen und fast zwei Jahre lang gewerkelt. Im Prinzip alles, was man da im Untergrund findet, wird neu gemacht: Kanal, Wärmeleitung, Breitband, Wasser... Beim Wasser ist man übrigens ganz genau. Da wird es natürlich eine Wasserleitung für das Enkenbacher und eine für das Alsenborner Wasser geben. Denn schließlich verläuft genau dort die Grenze zwischen den beiden Lagern... äh, Ortsteilen.

Es ist ja auch grad mal schlappe 50 Jahre her, dass Enkenbach und Alsenborn eine Gemeinde wurden. In so kurzer Zeit kann nun wirklich niemand verlangen, dass so unterschiedliche Volksgruppen zusammenwachsen. Und so ist ganz klar, dass bei der komplett unterschiedlichen Genetik die beiden Völker auch mit unterschiedlichem Wasser versorgt werden müssen. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein Alsenborner Organismus dem Enkenbacher Wasser ausgesetzt würde!

Denn gerade dies wäre fatal, vermutlich sogar letal: Denn das Enkenbacher Wasser enthält zum Beispiel mehr Nitrat als das Alsenborner. Das würde einen unverwässerten Alsenborner vermutlich völlig umhauen.

Dass das Wasser aus dem Supermarkt nicht mal an die Enkenbacher Qualität heranreicht, ist eine ganz andere Sache. Da steht ja eine andere, wohlklingende Quelle drauf. Und gegen die hat der Alsenborner in der Regel keine Unverträglichkeiten oder Allergien.

Umleitungen wollen geübt sein

Wer sich über derartige Eigenarten mokiert, sollte nicht vorschnell urteilen. Es wird auch Interessantes von außen in den Ort getragen. Die Bauarbeiten am Mühlberg beginnen am 30. September. So kündigte es die Verwaltung an, die Fachabteilung und der Ortsbürgermeister versicherten dies auf mehrmaliges Nachfragen. Die Arbeiten wurden ja gezielt in die Herbstferien gelegt. In der Woche zuvor ist die Straße passierbar, ja, auch für Busse, kein Problem.

Doch die DB Regio Mitte hatte eine andere Information: Bauarbeiten ab 23. September. Also Umleitung. Der RHEINPFALZ-Hinweis, dass die Straße laut Verwaltung passierbar sei, kam leider zu spät. Wenn man einen Plan hat, soll man bekanntlich daran festhalten. Und so machte sich also das Busunternehmen daran, sich im Fahren der Umleitungsstrecke zu üben. Sicher ist sicher. Damit es auch in den Ferien reibungslos klappt!

Umfänglicher Kundenservice

Und die Bahn weiß, dass die Kunden von ihr gar nicht genug kriegen können. Je länger eine Fahrt, desto länger der Genuss! Wie komme ich zum Beispiel von Kaiserslautern zur IGS? Die DB-Fahrplanauskunft gibt Aufschluss: Um 9.32 Uhr steige ich am Hauptbahnhof in die Regionalbahn, und bin um 9.42 Uhr am Bahnhof Enkenbach. Acht Minuten später nehme ich den Bus zur Grundschule Enkenbach – falls der Zug keine Verspätung hat – und komme um 9.53 Uhr an. Dort muss ich nicht hetzen, denn ich habe eine fahrgastfreundliche Umstiegszeit von zwei Stunden 27 Minuten. Es bliebe also sogar Zeit für einen entspannenden Spaziergang um die Schule. Oder zur IGS. Aber nein, dorthin bringt mich ja um 12.20 Uhr der Bus, so dass ich um 12.27 Uhr schon oben am Mühlberg bin. Nach nicht einmal drei Stunden!

Ja, natürlich, ich könnte auch den knappen Kilometer vom Bahnhof Enkenbach zur IGS laufen. Aber dann wäre ich schon weit vor 10 Uhr am Ziel. Nach nicht einmal einer halben Stunde! Nein, mir würde der Spaß zweier Busfahrten entgehen. Und zudem immer wieder zwischen Enkenbach und Alsenborn, über die Grenze, gefahren zu werden.

Und: Wo hat man das noch, dass sich ein Unternehmen derart lange und ausführlich um seine Kunden kümmert? Eben! Meist fühlt man sich ja eher abgewimmelt, gerade bei großen Unternehmen. Nicht so die DB Regio! Voller Kundenservice auf ganzer Linie! Genießen in vollen Zügen!

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