Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Verhaltensratgeber: Wenn andere Corona nicht beachten

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.

Urlaube, Feiern, Grillfeste: Kann man sich in Corona-Zeiten nicht mal einschränken?

„Ich habe meine Aktivitäten nach außen aufgrund der Corona-Krise sehr eingeschränkt. In meinem Umfeld ist man unvorsichtig. Die Themen: Urlaube, Feiern, Grillfeste. Unveränderte Ansprüche, so als gäbe es keine Pandemie! Ist das normal? Mich macht es wütend.“

Das können wir gut verstehen. Der im Lockdown geforderte Verzicht wurde von manchen Menschen offenbar als übertrieben erlebt und nicht als notwendige lebensrettende Maßnahme. So zu tun, als ob alles wie immer sei, ist eine häufig anzutreffende menschliche Strategie, mit einer Krise umzugehen. Ein weiterer Aspekt: Wenn jemandem in dieser krisenhaften Zeit Genuss und Vergnügen so wichtig sind, weist das auch auf eine Priorität unserer Gesellschaft hin. Dabei steht der Konsum im Vordergrund und manchmal auch die Vorstellung: „mir steht alles zu, jederzeit, sofort und möglichst preisgünstig“. Das kann man mitmachen oder nicht. Wir raten Ihnen, Ihre Wut als positive Kraft zu nutzen und Ihre Gedanken zu dem Thema ernst zu nehmen. Trauen Sie sich, Ihre Position in Ihrem Umfeld sowie öffentlich zu vertreten. Suchen Sie Gleichgesinnte, regen Sie Diskussionen an, engagieren Sie sich in gesellschaftlichen Gruppen, Verbänden, Parteien. Das geht auch virtuell und digital. Viel Erfolg!

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