Sudelbuch RHEINPFALZ Plus Artikel Satire: Von Schnäppchen, Löchern und himmlischen Botschaften

Bloß nicht nur schwarzsehen.
Bloß nicht nur schwarzsehen.

Black Friday :

Ganz schön gruselig

Könnte auch aus dem neuen Asterix stammen, der „Kauf-Nix-Tag“. Zu dem hatten konsumkritische Initiativen aufgerufen, um den Black Friday zu sabotieren. Genutzt hat das nix, am Schnäppchentag war Konsumrausch pur angesagt. Der Handelsverband Deutschland rechnete sogar mit einem Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro, was einem Plus von etwa drei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Ein Trend aus Amerika erobert Europa schneller als Halloween“, hieß es schon 2016 hinsichtlich des Black Friday. Und so, wie man von allen Seiten zugeballert wird, ist der sogar noch viel, viel gruseliger.

Bundeshaushalt:

Schwarz verhüllt

Black is beautiful hat man sich dieser Tage auch im Finanzministerium in Berlin gedacht, und das Plakat über dem Eingang verhüllt, auf dem zu lesen stand „Mit Geld und Verstand. Schulden bremsen, Chancen schaffen. Unser Bundeshaushalt.“ Nachdem das Verfassungsgericht die Umwidmung von 60 Milliarden Euro für nichtig erklärt hat und im Haushalt nun ein riesiges Loch klafft, ist das Selbstlob jetzt mit einem schwarzen Tuch komplett abgedeckt. Vielleicht ist das aber auch bloß eine weitere Black-Friday-Werbung. Verbunden mit der Hoffnung, dass die Konsumentengemeinde noch ein paar Milliarden übrig hat, um auch das schwarze Loch im Haushalt zu stopfen. Schnäppchen!

Weihnachtsbriefmarke :

Heiland hilf

Und noch eine frohe Botschaft aus dem Bundesfinanzministerium. Mit der neuen Weihnachtsbriefmarke, die dieser Tage dort vorgestellt wurde, ist der dreiteilige Engel-Zyklus abgeschlossen. Die neue Marke zeigt als Motiv den Engel, der Jesu Geburt verkündet: „Euch ist heute der Heiland geboren“. Die Engel-Botschaften der beiden Vorgänger-Briefmarken, „Fürchtet Euch nicht“ und „Ich verkünde Euch große Freude“, hat das Finanzministerium derweil zurückgezogen. Aus aktuellem Anlass.

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