Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Krisen lähmen – oder beflügeln. Welcher Typ sind Sie?

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Schwierige Situationen lähmen den einen, aber beflügeln den anderen. Wie passt das zusammen?

„Ein Sturm hat in unserem Garten viel Schaden angerichtet, es gibt viel zu tun. Darin sind mein Mann und ich uns einig, nur nicht in der Vorgehensweise. Während ich verzweifelt bin und eigentlich gar nichts tun möchte, hat er schon neue Büsche gekauft. So geht das bei uns immer. Was ist da los?“

Sie beide haben unterschiedliche Arten, Dinge anzugehen: Sie selbst brauchen Zeit, warten vermutlich erst mal ab und stecken in negativen Gefühlen fest. Ihr Mann hingegen handelt rasch („Problem erkannt, Problem gelöst.“) Gefühle wie Angst oder Ohnmacht kommen so gar nicht erst auf, eine wichtige Funktion dieser Dynamik.

Die von Ihnen beschriebenen Reaktionen sind aus systemischer Sicht typische Krisenmuster. Jeder Mensch hat sein eigenes, es wird aktiviert in Situationen, die als unangenehm oder bedrohlich erlebt werden. Solche Muster helfen, negative Gefühle schnell unter Kontrolle zu bringen. Ihrer beider Krisenmuster ergänzen und bedingen sich gegenseitig: Dadurch, dass Sie in Verzweiflung und Lähmung verharren, ermöglichen Sie Ihrem Mann, seine schnelle Problemlösestrategie zu aktivieren, was wiederum Ihnen dabei hilft, keine (womöglich falsche) Entscheidung treffen zu müssen. Eigentlich müssten Sie sich gegenseitig danken, denn jeder nimmt dem anderen etwas Wichtiges ab. Reden Sie darüber, in welchen Situationen schnelles Handeln wirklich angesagt ist, auch mit dem Risiko, Fehler zu machen, und wann es klug ist, erst mal abzuwarten, auch wenn es fast nicht auszuhalten ist. Viel Erfolg!

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