Beziehungskiste Kolumne: Witzig

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Darf man über Corona Scherze machen? Ja. Es ist eine Art, Angst und Ohnmacht zu bewältigen.

Mit Gabriele Engel und Ursula Klotmann

„Ich habe einen ehemaligen Arbeitskollegen, der mir inzwischen fast täglich Corona-Witze oder -Karikaturen sendet. Ich frage mich, warum man über ein so ernstes Thema überhaupt Witze macht. Was steckt dahinter und wie kann ich das verstehen?“

Der Witz als eine Form des Umgangs mit der Krise: Schon immer kommentieren Witze zentrale Themen ihrer Zeit. Nicht objektiv, sachlich und neutral, sondern mit Humor, Respektlosigkeit, Übertreibung.

Die Häufigkeit der Corona-Witze lässt auf eine wichtige Funktion schließen. Aus systemischer Sicht handelt es sich um eine Form der Angstbewältigung. Wenn eine Situation als komisch dargestellt wird, ist sie – zumindest für den Moment – nicht mehr ganz so bedrohlich. Man lacht über das, was Angst macht, und diese Erfahrung ermöglicht einen anderen Blick auf die Wirklichkeit als nur den ernsten und vernünftigen. Witze-Erfinder und Witze-Erzähler können durch ihr Handeln ihre Ohnmacht der Krise gegenüber kompensieren und tragen somit zu ihrem Wohlbefinden bei. So gesehen möchte Ihr Kollege Ihnen mit den Witzen vielleicht etwas Gutes tun.

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