Beziehungskiste Kolumne: Hygiene

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Ich kann dich nicht riechen, sagt der Volksmund. Aber was, wenn sich jemand vor Schweißgeruch ekelt?

„Mein Schwiegersohn riecht sehr stark nach Schweiß, was auf die ,alternative Körperpflege’ zurückzuführen ist, die meine Tochter und er bevorzugen: Hygiene ohne Seife und seltenes Wäschewaschen. Besonders beim Essen stört mich sein Geruch sehr, bis hin zu Ekel. Könnte das Ansprechen des Problems die Beziehung zu den beiden gefährden? Steht es mir überhaupt zu und wenn ja – was wäre dafür ein guter Zeitpunkt?“

Ihre Sorge, dass die Beziehung leiden könnte, verstehen wir gut. Aus unserer Sicht leidet die Beziehung jetzt schon. Denn Sie leiden auf jeden Fall, da Sie etwas ertragen, was für Sie unerträglich ist und Ihre persönliche Ekelgrenze überschreitet.

Ekel ist ein starkes Gefühl, welches man nicht durch Strategien abtrainieren oder ignorieren oder wegreden kann. Es zählt zu den primären angeborenen Emotionen und wird individuell auf unterschiedliche Auslöser empfunden. Das könnte die Grundlage Ihres Gespräches sein, denn ein Gespräch steht Ihnen auf jeden Fall zu.

Beginnen Sie mit Ihrer Tochter. Vermeiden Sie, die Ideologie der alternativen Körperpflege in Frage zu stellen. Teilen Sie lieber Ihre körperlichen Reaktionen auf die für Sie unangenehmen Gerüche mit. Das ist Ihr Recht. Versichern Sie ihr, wie wichtig Ihnen die Beziehung ist und wie gerne Sie die Zeiten mit ihnen genießen möchten. Fragen Sie, ob sie eine Idee zur Lösung für gemeinsame Treffen hat. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn Sie sich gut vorbereitet und gestärkt fühlen. Viel Erfolg.

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

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