Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Ideen anderer als die eigenen auszugeben, sorgt für Ärger, bietet aber auch Chancen

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.

Der eine Partner hat gute Ideen, der andere gibt sie als die seinen aus – das kann sein Gutes haben.

„Im Frühjahr hatte ich die Idee, ein Wohnmobil zu kaufen. Mein Partner war vehement dagegen. Schließlich hat er doch zugestimmt. Jetzt ist er begeistert und erzählt überall, was er für eine tolle Idee hatte. Das passiert bei uns öfter und es ärgert mich zunehmend.“

Wir verstehen Ihren Unmut. Auf den ersten Blick nimmt Ihr Partner Ihnen die Anerkennung Ihrer guten Idee und schmückt sich selbst damit. Auf den zweiten Blick sieht man, wie gut Sie sich in Diskussionen und mit Argumenten durchsetzen können und Ihr Ziel erreichen. Passiert das ebenfalls öfter bei Ihnen beiden? Dann haben Sie gemeinsam ein Paarmuster entwickelt, von dem aus unserer Sicht beide profitieren: Sie bekommen, was Sie wollen (hier: das Wohnmobil), er sorgt für seinen Selbstwert, indem er sich nach außen als Initiator darstellt. Beide zahlen aber auch einen Preis: Sie investieren viel Energie und Überzeugungsarbeit, er verzichtet auf sein Nein und ordnet sich unter.

Wir raten: Richten Sie beide den Blick auf das, was Sie vom anderen bekommen, und geizen Sie nicht mit Anerkennung. Sie dafür, dass er sich hat umstimmen lassen und Ihnen gefolgt ist. Er dafür, dass Sie eine so gute Idee hatten und so beharrlich waren. Und noch ein wichtiger Gedanke: Ist es für Sie und in Ihrer Beziehung auch vorstellbar, dass Sie das Nein Ihres Partners respektieren und Ihre guten Ideen alleine oder mit anderen Menschen umsetzen? Auch das bringt Paare voran!

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

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