Lehrer müssen hinsehen, wenn Schüler andauernd schikaniert werden. Aber was, wenn nicht?
„Als junge Grundschullehrerin fühle ich mich im Kollegium alleingelassen. Wenn ich merke, dass unter Schülern gemobbt wird, greife ich ein. Bei den Kollegen spreche ich das immer wieder an, stoße jedoch auf Desinteresse, auch bei der Leitung. Was kann ich tun, um in unserer Schule etwas zu verändern?“
Gut für Ihre Schüler, dass Sie aktiv intervenieren und das Thema immer wieder im Kollegium ansprechen. Bleiben Sie dabei, denn Mobbing ist Gewalt gegen die Seele und hat nachhaltige Folgen. Idealerweise würde es zum Konzept Ihrer Grundschule gehören, Mobbing mit einem professionellen, schulinternen Plan zu begegnen. Dazu zählen präventive Maßnahmen (Schuleinheiten mit den Kindern, Fortbildungen für die Lehrer, Elternabende), ein klarer Aktionsplan für akute Fälle (Zuständigkeit, Ansprechpartner, Ablauf, Unterstützungsmaßnahmen) sowie die interne und externe Kommunikation der Haltung „Wir akzeptieren kein Mobbing.“
Deshalb: Suchen Sie nach Schulen, die bereits mit einem solchen Konzept arbeiten und profitieren Sie von deren Erfahrungen auch bezüglich der Überzeugungsarbeit im Kollegenkreis. Fortbildungsangebote verschiedener Träger und Informationen der Lehrergewerkschaft können ebenfalls helfen. Gemeinsam ist es leichter: Wer an Ihrer Schule könnte für diesen ersten wichtigen Schritt der Recherche gewonnen werden? Sie als Pionierin haben eine sehr wichtige Rolle. Wir wünschen Ihnen Durchhaltevermögen und Erfolg!
Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.