Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Beziehungskolumne: Wenn einer für den anderen einspringen muss

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt. www.ek-institut.de
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt. www.ek-institut.de

Manchmal ist es besser, wenn einem der Partner unliebsame Ansagen abnimmt.

„Die Schwester meines Mannes ist die Patentante unserer neun Monate alten Tochter. Wir freuen uns auf ihren Besuch, möchten aber keinesfalls, dass sie ihren Schäferhund mitbringt. Uns ist Hygiene derzeit sehr wichtig, und außerdem habe ich Angst vor dem Tier. Mein Mann hätte gerne, dass ich es ihr sage, da es ihm schwerfällt. Was raten Sie?“

Manchmal ist es wirklich so, dass man sich Menschen gegenüber, die einem nicht ganz so nahe stehen, leichter abgrenzen kann. Wäre das bei Ihnen Ihrer Schwägerin gegenüber auch so? Das würde dafür sprechen, dass Sie Ihrem Mann den Gefallen tun und den ersten Schritt machen. Das Risiko ist natürlich, dass Sie dann in die Rolle der „Bösen“ geraten könnten. Daher ist es wichtig, dass es eine klare Absprache zwischen Ihnen und Ihrem Mann gibt, dass er Ihnen nicht in den Rücken fallen darf, indem er etwa sagt „meine Frau will das halt nicht, mir wäre es egal gewesen …“

Vielmehr sollte er seiner Schwester gegenüber Ihre Abgrenzung explizit als gemeinsamen Wunsch bestätigen. Vor dieser Positionierung sollten Sie ihn nicht bewahren. Sie haben eine Wir-Entscheidung getroffen, und wir möchten Sie darin bestärken, diese auch gemeinsam zu vertreten. Sie fangen an, er zieht nach. Wir fragen uns, ob es in Ihrer Paarbeziehung öfter vorkommt, dass Sie beide jeweils dem/der anderen auf diese Weise helfen. Das wäre gute Teamarbeit, bei der wir Ihnen raten, auf die Ausgewogenheit zu achten: mal er für Sie, mal Sie für ihn. Alles Gute!

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