Wenn 230 Kilometer zwischen Job und Heim liegen, stresst das oft. Rituale können Distanz besiegen.
Mit Gabriele Engel und Ursula Klotmann
„Wir wohnen im Eigenheim, sind im Dorf sehr vernetzt, die Kinder fühlen sich wohl in Schule und Vereinen. So habe ich mich zum Pendeln entschieden, als ich jobbedingt in eine Stadt 230 Kilometer entfernt musste. Nun merke ich, dass mich das Leben in zwei Welten sehr stresst. Ich komme nirgends mehr richtig an, was kann ich tun?“
Der Stress beim Pendeln wird oft unterschätzt. Als Sie sich dafür entschieden, dachten Sie vermutlich, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen. Ist das noch immer so? Wenn ja, dann raten wir Ihnen zu Struktur und Ritualen. Führen Sie beim Heimkommen zum Beispiel ein gemeinsames verpflichtendes Essen für alle durch, bei dem jeder von seiner Woche berichtet. Sorgen Sie dafür, dass die Gespräche – auch die Telefonate in der Woche – nicht an der Oberfläche bleiben, weil das zu Entfremdung führt. Ebenso sollte es am Abschiedsabend eine gemeinsame Aktivität geben. Weiterhin raten wir, dass Ihre Familie einmal im Monat das Wochenende bei Ihnen verbringt, um Ihre andere Welt kennenzulernen und dort auch dazuzugehören.
Überwiegen jedoch die Nachteile, sollten Sie und Ihre Familie Ihr derzeitiges Lebensmodell überdenken. Wer wäre für eine neue Entscheidung, wer dagegen? Was wäre Ihnen am liebsten? Setzen Sie sich und Ihrer Familie einen zeitlichen Rahmen und bedenken Sie: Die Wünsche der Kinder müssen gehört werden, aber das letzte Wort haben die Erwachsenen.
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