Eltern, die nach einer Trennung ihre Kinder gemeinsam erziehen, stehen vor einer heiklen Aufgabe.
„Wir leben in Trennung, dennoch wollen wir weiterhin gemeinsam für unsere Kinder (7 und 9 Jahre) sorgen. Gute Freunde raten uns zum Wechselmodell, die Kids wären also abwechselnd eine Woche bei mir und eine Woche bei der Mutter. So hätten die Kinder uns beide gleichermaßen. Eine gute Idee oder spricht etwas dagegen?“
Sie stehen vor einer wichtigen Entscheidung und es ist gut, dass Sie beide eine gemeinsame Lösung für das Alltagsleben Ihrer Kinder suchen, obwohl Sie sich als Paar getrennt haben. Auf den ersten Blick erscheint das von Ihnen angestrebte Modell gerecht, denn die Kinder haben ihre Eltern und die Eltern haben ihre Kinder jeweils zu gleichen Zeiträumen. Der zweite Blick zeigt jedoch die großen Herausforderungen, die dieses Modell mit sich bringt, vor allem für die Kinder.
Sie haben zwei gleichwertige Zuhause und werden jede Woche damit konfrontiert, sich von dem jeweils einen zu verabschieden und sich in das jeweils andere zu integrieren. Pendelnde Erwachsene können solche Leistungen aufgrund ihrer kognitiven Fähigkeiten bewältigen. Kinder von sieben und neun Jahren können das noch nicht. Sie reagieren vorwiegend emotional, beispielsweise mit Heimweh bis hin zu dem Gefühl der Heimatlosigkeit. Das Modell erfordert ein hohes Maß an Flexibilität, Mobilität und Anpassungsfähigkeit bei Kindern und Erwachsenen, sowie ständige Absprachen der Eltern. Keine leichte Aufgabe nach einer Trennung.
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