Beziehungskiste Beziehungskolumne: Hin und her

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.

Für Trennungskinder ist das Pendeln zwischen Papa und Mama eine enorme Leistung.

„Nach unserer Trennung lebt unsere achtjährige Tochter bei mir und geht jedes zweite Wochenende zum Vater. Einige Tage vor diesen Wochenenden und danach hat sie schlechte Laune, ist unkonzentriert, schläft schlecht und hat zu nichts Lust. Tun ihr die Besuche nicht gut?“

Das wissen wir nicht. Aber fest steht: Für Ihre Tochter ist die Zeit des gemeinsamen Alltags mit beiden Elternteilen beendet. Sie pendelt nun zwischen der Mama-Welt und der Papa-Welt. Sie ermöglichen ihr dadurch die Beziehung zu beiden Elternteilen und stabilisieren damit die Entwicklung Ihres Kindes. Das ist gut und wichtig.

Gleichzeitig ist das regelmäßige Pendeln für Ihre Tochter eine enorme Leistung, für die sie viel Energie benötigt. Es bedeutet nämlich immer wieder Abschied nehmen von einem Elternteil und ankommen und sich einfügen beim anderen Elternteil. Hinzu kommt, dass sie, wenn sie bei Ihnen ist, das Leben in der Vaterwelt versäumt und umgekehrt. Das macht den Anschluss noch schwerer. Hier braucht Ihr Kind dringend Ihre gemeinsame elterliche Unterstützung.

Gestalten Sie gute Übergabesituationen ohne Konfliktgespräche, halten Sie sich an Absprachen, kommunizieren Sie wichtige Informationen immer direkt (auch digital) und nie über das Kind, schaffen Sie Rituale beim Ankommen und Verabschieden. Ihre Tochter braucht Sie beide und die Sicherheit, dass Sie aus Liebe zu ihr kooperieren.

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

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