Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Beziehungskolumne: Heimlichkeiten verursachen stets Vertrauensverlust

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Kontakt zu zwei Menschen pflegen, die sich gegenseitig meiden, ist ein schwieriges Unterfangen.

„Ich bin sehr krank und freue mich über jeden Besuch. Jetzt hat mich die Tochter einer Freundin beschenkt, zum Dank habe ich sie eingeladen. Weil zwischen Tochter und Mutter Funkstille herrscht, bat mich die Tochter, ihren Besuch geheimzuhalten. Darf ich das, auch wenn ich meine Freundin damit hintergehe? Ich möchte diese Aufregung nicht.“

Wir können sehr gut verstehen, dass Sie in Ihrer Lebenslage das Bedürfnis nach Kontakt und Besuch haben und zugleich Aufregung meiden möchten. In Ihrem Fall ein Dilemma, denn Sie möchten zwei gegensätzliche Anliegen unter einen Hut bringen. Durch die Einladung an die Tochter haben Sie die Aufregung bereits mit eingeladen: Sie sind aktiv in den Mutter-Tochter-Konflikt eingetreten. Ist Ihnen das bewusst? Was meinen Sie mit „geheimhalten“? Nicht über den Besuch reden und hoffen, dass niemand fragt? Oder leugnen und lügen, wenn jemand fragt?

Berücksichtigen Sie: Geheimhaltung in Beziehungen hat immer einen Vertrauensverlust zur Folge und verändert Beziehungen auf Dauer. Im Übrigen ist Geheimhaltung immer eine Illusion, denn man macht sich abhängig von Mitwissern. Wir raten Ihnen, eine Hierarchie der Wichtigkeit zu schaffen: Zu welcher der beiden Frauen ist Ihnen der Kontakt wichtiger? Darauf sollte der Fokus Ihrer Loyalität liegen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, die wichtigere Beziehung aktiv zu opfern. Noch ein Tipp: Einladungen kann man wieder zurücknehmen.

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