Zwei gute Kolleginnen geraten in eine Krise. Die eine leugnet Corona und will die andere überzeugen.
„Meine Kollegin ist Corona-Leugnerin. Wenn sie damit anfängt, sage ich Belangloses und wechsle schnell das Thema. Wir arbeiten täglich zusammen und verstehen uns sonst gut. Aber es belastet mich und die Gespräche werden immer angespannter, da sie mich überzeugen will. Am liebsten würde ich das Thema ausklammern – wie kriege ich das hin?“
Das ist für Sie eine schwierige Arbeitssituation, und Sie möchten Ihre Vorgehensweise ändern. Das ist gut, sonst würden Sie Ihrer Kollegin ja indirekt zustimmen. Wir gehen davon aus, dass Sie die Bedrohung durch Corona ernst nehmen und das auch vertreten können. Tun Sie das! Sie merken ja: Ihre Strategie der sanften Abgrenzung war vielleicht eine Weile hilfreich, auf Dauer führt sie aber nicht dahin, dass Ihre Kollegin Sie mit dem Thema in Ruhe lässt. Da helfen tatsächlich nur klare Sätze wie „Ich habe dazu eine andere Position und möchte von dir nicht bedrängt werden“, oder „Ich finde deine Position falsch und will / werde darüber nicht mit dir diskutieren“.
Wir verstehen, dass Sie die bisher gute Beziehung zu Ihrer Kollegin nicht gefährden möchten. Aber bedenken Sie: Es handelt sich primär um eine Arbeitsbeziehung mit dem Fokus auf die Erledigung der anfallenden Aufgaben. Um das nicht aus dem Blick zu verlieren, halten wir es für wichtig, dass Sie eine feste Position einnehmen. Folgender Satz kann hier hilfreich sein: „Ich werde mich auf die Arbeit konzentrieren und mit dir nicht mehr über Corona reden.“ Indem Sie in der Ich-Form sprechen, stärken Sie sich selbst. Nur Mut!
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