Manche Stiefgeschwister sind nicht gerade begeistert, wenn die Patchworkfamilie zusammenzieht.
„Mein Partner und ich wollen eine Patchworkfamilie gründen und zusammenziehen. Wir bringen beide Kinder aus unseren geschiedenen Ehen mit. Meine Kids sind elf und vierzehn, seine 10 und 13. Die Jüngeren freuen sich, sie verstehen sich gut, die Älteren sind dagegen. Wie können wir sie überzeugen?“
Wenn zwei Erwachsene und vier Kinder aus zwei Familien zu einer Patchworkfamilie zusammenwachsen sollen, braucht jeder einen guten Platz, auch räumlich. Auch wenn die Erwachsenen schlussendlich entscheiden – in Planung und Wohnungssuche sollten alle einbezogen werden, ebenso in das Erstellen der künftigen Alltagsregeln. Also keine Überrumpelungen! Reden Sie mit Ihren Kindern, zunächst jede und jeder mit ihren und seinen und dann zu sechst. Lassen Sie Widerstände zu und erfragen Sie, welche Gewohnheiten die Kids auf jeden Fall beibehalten wollen.
Patchworkfamilien haben eine immense Beziehungsvielfalt. Paar, Eltern, Stiefeltern, Kinder, Stiefkinder, Geschwister, Stiefgeschwister – zu jeder Beziehung gehören Bedürfnisse und Rechte wie exklusive Paarzeiten, fest etablierte Eltern-Kind-Zeiten, ungestörte Geschwisterzeiten – auch bezogen auf die anderen Elternteile und deren Leben. Der Kontaktaufbau zwischen Stiefeltern und Stiefkindern sowie zwischen den Stiefgeschwistern braucht Zeit – die Kinder haben sich schließlich nicht verliebt! Erfahrungsgemäß dauert es mindestens zwei Jahre, bis sich ein Familiengefühl entwickelt. Geduld lohnt sich!
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