Beziehungskiste Beziehungskolumne: Die zweite Frau

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.

Für die neue Gattin ist der Kontakt der Schwiegereltern zur Ex ein Problem. Doch anders geht’s nicht.

„Mich stört, dass meine Schwiegereltern immer noch intensiven Kontakt zu der Exfrau meines Mannes pflegen und viel gemeinsam mit ihr und den Enkelkindern unternehmen. Wie kann ich sie überzeugen, dass das nicht gut für unsere neue Familie ist?“

Sie möchten vermutlich, dass Ihre Schwiegereltern keinen Kontakt mehr zur ersten Frau Ihres Mannes und der Mutter seiner Kinder aus dieser Ehe haben. Wahrscheinlich denken Sie, dass das Miteinander dadurch einfacher wäre. Doch so einfach ist es nicht. Auch wenn es Ihnen vermutlich nicht gefällt – die erste Frau gehört in ihrer Rolle als Mutter seiner Kinder auch zu Ihrer neuen Familie. Als zweite Ehefrau stehen Sie vor einer großen und schwierigen Aufgabe. Nämlich zu akzeptieren, dass die erste Familie Ihres Mannes eine gemeinsame Geschichte hat, an der Sie nicht beteiligt waren und in der Beziehungen entstanden, die auch über die Scheidung hinaus aktiv bestehen. Ihr Wunsch ist also strukturell bedingt nicht zu erfüllen. Wir möchten Sie einladen, Ihr Ziel zu überdenken und neu zu formulieren: Wie kann ich einen guten Platz als zweite Frau und Schwiegertochter einnehmen und die Zugehörigkeit der ersten akzeptieren? Wichtig: Die Zweite sind Sie ausschließlich aus chronologischer Sicht. Für Ihren Mann und das Glück Ihrer Ehe sind Sie die einzig Richtige!

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

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