Beziehungskiste Beziehungskolumne: Der Wutanfall

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.

Aus Fürsorge für die erwachsene Tochter rastet ein Vater öffentlich aus. Wie soll die Tochter reagieren?

„Mein Vater unterstützt mich (weiblich, 28) sehr. Wegen meines Autos waren wir in der Werkstatt eines Freundes, und es gab wieder eine peinliche Situation. Er fing Streit mit dem Mechaniker an, war beleidigend und hat richtig gebrüllt. Ich habe mich so geschämt, was er nicht versteht. Ich will das so nicht mehr. Was kann ich tun?“

Vieles. Allerdings mit dem Ziel, Ihre Strategien im Umgang mit Ihrem Vater zu erweitern. Denn ändern werden Sie ihn erfahrungsgemäß nicht mehr. Wir entnehmen Ihrer Frage, dass Sie sein Verhalten schon aus anderen Situationen kennen. Wir verstehen, dass das für Sie besonders unangenehm war. Sehen Sie dies als Zeichen für die Notwendigkeit, Ihre Dinge selbst zu regeln und dadurch unabhängig vom Verhalten Ihres Vaters zu werden.

Ist das für Sie denkbar und trauen Sie sich das zu, auch mit dem Preis, künftig auf seine Unterstützung zu verzichten? Oder haben Sie Angst, wie Ihr Vater auf diesen Schritt reagiert? Dass er gekränkt wäre und Sie als undankbare Tochter erlebt? Dann könnten Sie ihm Anerkennung und Dank für seine bisherige Unterstützung zollen, ihn vielleicht zu etwas Besonderem einladen. Sollte er auch bei Ihnen wütend und beleidigend werden, raten wir zur Abgrenzung, indem Sie die Situation unterbrechen. Seien Sie mutig. Szenarien, die man aus der Angst kreiert, sind oft schlimmer als die Realität, wenn man sich traut!

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

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