Gegensätze können die Beziehung bereichern – wenn man ständig aktiv aufeinanderzugeht.
„Ich bin seit neun Monaten mit meinem Partner zusammen. Wir sind sehr glücklich und planen, eine Familie zu gründen. Obwohl alles gut passt, streiten wir doch immer wieder. Mich stören seine Unpünktlichkeit, dass er manchmal flunkert, manches verheimlicht. Er hält mich für kleinlich, unflexibel, spießig. Woran merke ich, dass er der Richtige ist?“
Sie haben gemeinsame Zukunftsperspektiven und sind glücklich miteinander. Gleichzeitig schildern Sie Streitigkeiten über Themen, hinter denen wichtige Werte stehen. Für Sie gegenseitiges Vertrauen, Verlässlichkeit und Geborgenheit, für Ihren Partner Autonomie, Spontaneität und Freiheit. Wie zwei Pole eines Kontinuums.
Vielleicht stellen diese Gegensätze einen Reiz Ihrer Beziehung dar? Jeder hat einen hohen Anteil an Eigenschaften, die der andere nicht hat. Das ist eine gute Ergänzung, wenn Sie die Werte schätzen können statt darüber zu streiten. Nimmt der Streit jedoch zu mit dem Ziel, dass der oder die andere die eigenen Werte übernimmt, besteht die Gefahr, dass der Kampf die Zweisamkeit bestimmt. Wenn Kämpfen für Sie zu einer Liebesbeziehung gehört, könnte man sagen: Er ist der Richtige.
Vielleicht können Sie die Nähe aber auch anders herstellen und sich entgegenkommen. Denn damit das „Wir“ wächst und die „Ichs“ sich weiterentwickeln können, braucht es das ständige aktive Aufeinanderzugehen und Verhandeln.
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