Beziehungskiste Beziehungskolumne: Der Paartanz

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Wenn die Alltagsszenen einer Ehe voraussehbar sind, können neue Beziehungsmuster hilfreich sein.

„Meine Frau und ich haben täglich Auseinandersetzungen. Auf ihre Fragen gebe ich nicht die richtige Antwort, sie sagt, dass ich sie nicht verstehen will, es folgt Funkstille. Sage ich Positives über andere, zählt sie alles Negative über diese auf und die gute Stimmung ist dahin. Für sie gibt es nur schwarz-weiß, aber die Grautöne sind doch das Interessante! Wie soll ich mich verhalten? “

Ein wichtiges Paarthema schildern Sie da. Aus unserer Sicht leben Sie ein Beziehungsmuster, vergleichbar mit einem Paartanz, bei dem die Schritte lange eingeübt und perfektioniert sind. Die Szenen sind vorausschaubar, die Fragen und Antworten zigmal genannt, der Ausgang ist stets der gleiche.

Jeder bewertet die Aussage und das Verhalten des anderen als falsch: Ihre Frau, indem sie Ihre Antworten nicht akzeptiert und Sie, indem Sie die Sichtweise Ihrer Frau nicht akzeptieren. Jeder will den anderen überzeugen, dass er sein Verhalten ändern soll.

Das ist eine schwierige Situation und Ihr Paartanz hört sich nach Kampf an. Es spricht sehr für Sie, dass Sie nach neuen Wegen suchen. Eine Möglichkeit liegt in der Unterbrechung des Musters. Mit anderen Worten: Entwickeln Sie „neue Tanzschritte“, indem Sie akzeptieren, dass Ihre Frau die Welt lieber schwarz und weiß sieht und indem Sie Ihre Stimmung nicht abhängig vom Verhalten Ihrer Frau machen. Reden Sie mit ihr darüber, ob Ihr gemeinsames Muster Ihre Beziehung stärkt oder schwächt, ob es eher für Nähe oder für Distanz sorgt, ob Ihr Kampf Energie verbraucht oder neue Energie bringt bis hin zur Leidenschaft.

Es lohnt sich, diesen Fragen gemeinsam auf den Grund zu gehen.

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

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