Beziehungskiste Beziehungskolumne: Der Chef und ich

91-15581512

Ein Vorgesetzter widerruft seine Aufträge ständig – Spontaneität oder männliches Machtspiel?

„Mein Chef hat mir (weiblich) mal wieder einen Auftrag gegeben, den er am nächsten Tag widerrufen hat. So was passiert mindestens einmal pro Woche. Ich dachte immer, dass ihm das gar nicht bewusst ist, weil er so spontan und entscheidungsfreudig ist. Langsam kommen mir aber Zweifel, ob das nicht auch ein Machtspiel sein kann. Was meinen Sie?“

Sie hatten offensichtlich lange Zeit viel Vertrauen und Wohlwollen Ihrem Chef gegenüber. Prinzipiell ist das klug, denn man/frau ist bei der Arbeit von ihm abhängig. Sie schildern ein unberechenbares Chefverhalten, das natürlich Auswirkungen auf das Arbeitsklima hat. Welche Wirkung hat es denn auf Sie?

Vielleicht trägt es zur Verunsicherung bei. Wir stimmen Ihnen zu, dass dem Verhalten Ihres Chefs Spontaneität und Entscheidungsfreude zugrunde liegen können. Allerdings verweist die von Ihnen beschriebene Häufung eher auf ein Muster und hat vermutlich andere Gründe. Zum Beispiel könnte es um die Stabilisierung seiner Chefposition gehen, denn er zeigt mit seinen Widerrufen immer wieder, dass er als Chef das letzte Wort hat und die Regeln bestimmt. Aber auch die Genderfrage ist nicht zu unterschätzen. Beobachten Sie, ob das Muster auch bei den männlichen Mitarbeitern angewendet wird oder vorwiegend bei Frauen. So schärfen Sie Ihren Blick, können das Chefverhalten besser einordnen und Ihre eigene Arbeitssituation realistischer bewerten. Viel Erfolg!

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

x