Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Beziehungskolumne: Das Wagnis des Zusammenziehens

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.

In eine gemeinsame Wohnung zu ziehen, bedeutet auch, Nähe und Distanz neu zu verhandeln.

„Mein Freund und ich, beide Mitte 50 und seit vier Jahren ein Paar, leben in zwei Wohnungen. Wir haben viel Freude miteinander und gemeinsame Freizeitinteressen. Wir überlegen, zusammenzuziehen, mir wird aber ein bisschen mulmig. Worauf sollen wir achten?“

Wie schön, dass es Ihnen in Ihrer Beziehung so gut geht. Vielleicht sind die getrennten Wohnungen Ihr Erfolgsrezept? Denn zu jeder Paarbeziehung gehört die gute Balance von Nähe und Distanz. Durch die getrennte Wohnsituation haben Sie beides: Raum und Zeit für sich, jeder in seiner individuellen Lebensform, und Nähe und Verbundenheit bei den gegenseitigen Besuchen und gemeinsamen Aktivitäten.

Ihre Rahmenbedingungen schaffen automatisch Ich-Zeiten und Wir-Zeiten, was oft Sehnsucht und Lust belebt. Durch das Zusammenziehen müssen Ich- und Wir-Zeiten neu verhandelt werden. Ebenso die Alltagsthemen: Absprachen über Putzen, Ordnung, Einkaufen, Kochen, Geld ... Dabei werden in der Regel die unterschiedlichen Bedürfnisse der Partner deutlich. Dem gegenüber steht natürlich der Gewinn, den Sie beide durch das Zusammenleben erhalten. Zum Beispiel gegenseitige Unterstützung, Nicht-Alleine-Sein, finanzielle Entlastung … Prüfen Sie, was Ihnen wichtig ist und reden Sie mit Ihrem Freund darüber. Die genannten Punkte sind eine gute Grundlage für gemeinsame Gespräche, damit Sie Ihr Glück erhalten können.

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