Beziehungskiste Beziehungskolumne: Alt zu jung

Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.
Gabriele Engel (links) und Ursula Klotmann praktizieren als systemische Therapeutinnen in Neustadt.

Bevor die Großeltern in die Nähe von Kindern und Enkeln ziehen, sollten sie die Erwartungen klären.

„Wir (65 und 68) überlegen, in die Nähe unseres Sohnes und seiner Familie zu ziehen und bei der Betreuung der Enkel ( 5 und 8) zu helfen. Meine Frau ist ganz begeistert, aber ich habe doch einige Bedenken. Worauf sollten wir achten?“

Sie erwägen einen mutigen Schritt, sich im Alter einen neuen Lebensmittelpunkt aufzubauen. Wir finden es wichtig, dass Sie sich Gedanken machen über Ihre Erwartungen, die Sie mit diesem Projekt verknüpfen. Ihre eigenen und die Ihrer Frau, aber auch die der jungen Familie an Sie beide. Prüfen Sie, ob diese kompatibel sind.

Wie möchten Sie die Familie Ihres Sohnes unterstützen? Durch regelmäßige Betreuung, um beiden Elternteilen die Berufstätigkeit zu ermöglichen? Oder wollen Sie in der Nähe sein, mehr Zeit miteinander verbringen, die Beziehung zu den Enkeln durch wöchentliche Oma- und Opa-Tage pflegen, um im Notfall leichter einspringen zu können? Wahrscheinlich geht es Ihnen auch um gegenseitige Unterstützung, auch im höheren Alter, darum, dazuzugehören und nicht alleine zu sein. Kennen Sie die Erwartungen Ihres Sohnes, Ihrer Schwiegertochter und Ihrer Enkel? Und haben Sie schon darüber gesprochen? Falls nicht – tun Sie es! Je konkreter, je besser. Bedenken Sie: Sie geben viel Gewohntes und Vertrautes auf und tun gut daran, auf eine gute Balance von Geben und Nehmen zu achten.

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

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