Beziehungskiste RHEINPFALZ Plus Artikel Beziehungs-Kolumne: Wenn Patchwork-Familien zusammenziehen wollen

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Finden Patchworkfamilien zusammen, stellt sich die Frage, wo der Lebensmittelpunkt liegen soll.

„Ich bin geschieden, habe zwei Kinder und einen kinderlosen neuen Freund. Die Beziehung ist so gut, dass wir zusammenziehen möchten. Nur in einem Punkt haben wir Streit: Er will, dass wir zu ihm kommen, ich möchte es umgekehrt. Worauf sollen wir achten?“

Vordergründig geht es „nur“ ums Wohin. Diese – sehr wichtige – Entscheidung macht aber auf eine Grundsatzfrage in Ihrer neuen Partnerschaft aufmerksam: Wer bestimmt und setzt sich durch, und wer gibt nach und folgt dem anderen? Ihrer beider Lösungsvorstellungen liegen derzeit im Entweder-Oder. Die Folge: Das Zusammenziehen wird erst mal verschoben.

Die Frage ist, ob Sie die bisherige Lebensweise beibehalten sollten, bis Sie wichtige Themen Ihrer Patchworkfamilie besprochen und entschieden haben. Dazu zählen: Wo möchten Sie ihn, die Kinder betreffend, mitbestimmen lassen und wo nicht (Erziehung, Geld, Ordnung, Verhalten)? Wie regeln Sie beide die Geldverteilung mit Blick auf das zahlenmäßige Ungleichgewicht (drei zu eins)? Wie organisieren Sie kinderfreie Paarzeiten und partnerfreie Mutter-Kind-Zeiten? Wie vereinbaren Sie die für Patchworkfamilien so wichtigen regelmäßigen Gespräche über Ihr Zusammenleben? Übrigens ist es bei dieser Familienform eine gute Strategie, sich ein ganz neues gemeinsames Zuhause zu schaffen. Dann fühlt sich niemand als Eindringling, und niemand muss sein Revier verteidigen.

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