Fußball
FKP gegen FCK II: Für Grünnagel irgendwie auch ein Spiel gegen den Chef
Manuel Grünnagel ist im Hauptberuf Trainer. Trainer bei „Bodylounge - Physiotherapie und Training“ in Pirmasens. Außerdem spielt der 28-Jährige aus Thaleischweiler-Fröschen seit neun Jahren als Vertragsfußballer beim FK Pirmasens, wo er schon als Jugendlicher war. „Bodylounge“-Inhaber ist der Rodalber Christian Frank, der wiederum auch als Physiotherapeut für die Zweitliga-Profis 1. FC Kaiserslautern arbeitet. Am Freitag, 19 Uhr, steigt im Framas-Stadion auf der Husterhöhe das Oberliga-Spitzenspiel FKP gegen FCK II und damit auch irgendwie Grünnagel gegen Frank.
Top-Torjäger gesperrt
„Das ist für mich und uns kein großes Thema, zumal Christian nur noch bei den Profis ist“, wiegelt Grünnagel ab, wobei im FCK-Oberligateam ja stets auch einige junge, von Frank betreute Profis mitspielen. Einer dieser Jung-Profis, Shawn Blum, hat diese Saison in 14 Oberliga-Einsätzen 18 Tore erzielt. Doch im Topspiel fehlt der Linksaußen dem Tabellenzweiten wegen einer Rot-Sperre. „Das ist natürlich eine gewisse Schwächung für den FCK. Aber wir wollen uns ja eigentlich immer mit den Besten messen, und er hätte auf meiner Seite gespielt“, sagt dazu Grünnagel, der mal mehr, mal weniger offensive Rechtsverteidiger des Spitzenreiters und fügt hinzu: „Die Lauterer haben nicht nur elf gute Spieler.“
Grünnagel freut sich auf das Spiel, in dem „neben Schott Mainz zwei der besten Mannschaften der Oberliga, die beste Defensive und die beste Offensive aufeinandertreffen“. Die Pirmasenser haben in 16 Spielen nur acht Gegentore kassiert (der FCK II 22), die Lauterer trafen schon 70-mal (der FKP 49-mal). Auch vergangenen Sonntag beim 0:0 in Koblenz habe seine Mannschaft „defensiv super gearbeitet“, während es „nach vorne nicht das beste Spiel“ gewesen sei.
Im Schnitt 0,5 Gegentore
FKP-Trainer Daniel Paulus, einst selbst Oberliga-Verteidiger, ist stolz darauf, dass seine Mannschaft „im Schnitt nur 0,5 Tore pro Spiel“ bekommen hat. Ihm ist natürlich bewusst, dass nun gegen die im Schnitt 4,4-mal treffende Offensive der Lauterer (mit dem achtmal erfolgreichen Pirmasenser Oskar Prokopchuk) „etwas auf uns zukommt“. Er würde sehr gerne „die weiße Weste wahren“, also die Hinrunde ungeschlagen beenden und im besten Fall den achten Sieg im achten Heimspiel einfahren.
Paulus kennt den Gegner sehr gut, schließlich war er von Februar 2019 bis Juni 2021 beim FCK Trainer der B-Junioren. „Mika Haas, Oskar Prokopchuk, Angelos Stavridis, Neal Gibs und Drini Miftari waren bei mir in der B-Jugend“, erzählt der in Landstuhl aufgewachsene Wahl-Otterbacher. Und auch der Trainer des FCK II, der ehemalige Bundesligaspieler Alexander Bugera, war damals schon im Nachwuchsleistungszentrum auf dem Fröhnerhof tätig.
Schott Mainz lachender Dritter?
Personell hat sich beim FKP gegenüber dem Koblenz-Spiel nichts verändert. Kevin Büchler, Silas Gutmann und der Schritt für Schritt wieder ins Training einsteigende Luca Eichhorn fallen weiter aus.
Von einer für Oberliga-Verhältnisse großen Zuschauerzahl ist am Freitagabend auszugehen. „Das Spiel zieht. Ich habe von Amateurmannschaften gehört, die ihr Training verlegt haben, damit sie geschlossen kommen können“, weiß Grünnagel zu berichten. Und Paulus hatte nach eigenen Worten aus seinem privaten Umfeld 25 Kartenwünsche zu erfüllen. Übrigens: Endet das große Spiel mit einem Remis, wäre Schott Mainz mit einem Sieg am Samstag in Idar-Oberstein lachender Dritter und „Herbstmeister“.