Fußball
Ex-FKP-Spieler Dennis Chessa ist jetzt Leistungsträger beim SSV Ulm
„Viele gute Erinnerungen“ hat Dennis Chessa an Pirmasens. Der aktuell beim SSV Ulm so erfolgreiche Fußballprofi zählt auf: „Mein zweiter Sohn Elia wurde in Pirmasens geboren, er und sein Bruder Matteo wurden in Pirmasens getauft, ich habe hier viele nette Leute kennengelernt und nach der schwierigen Zeit in Uerdingen wieder den Spaß am Fußball gefunden. Und ich bin hier ins Mittelfeld zurückgekehrt.“
Als Verteidiger kam der heute 31-Jährige 2019 vom KFC Uerdingen zum FK Pirmasens. Der Ex-Zweitligaprofi des VfR Aalen wurde im Team von Trainer Patrick Fischer sogleich Leistungsträger, aber als Mittelfeldspieler. Seine erste Regionalliga-Saison auf der Husterhöhe wurde wegen der Corona-Pandemie abgebrochen, in der zweiten schaffte es der von Chessa dirigierte Abstiegskandidat, acht Mannschaften hinter sich zu lassen – und durch ein artistisches Tor von Chessa mit 1:0 beim jetzigen Zweitligisten SV Elversberg zu gewinnen.
Alaba war sein Mitspieler
Die Zweikampfstärke, die Spielintelligenz und die Torgefahr des in Ulm und bei Bayern München (wo Stephan Beckenbauer sein Trainer und David Alaba sein Mitspieler war) ausgebildeten Ex-Juniorennationalspielers beeindruckten den TSV Steinbach Haiger. Die Hessen verpflichteten Chessa, um mit ihm den ersehnten Aufstieg in die Regionalliga zu packen. Es gelang nicht.
Der gebürtige Günzburger kehrte 2022 zum SSV Ulm zurück, bei dem er neun Jahre – von der F- bis zur B-Jugend – gespielt hatte. Und er wurde prompt zum dritten Mal in seiner Karriere (nach 2014 mit Bayern München II und 2018 mit dem KFC Uerdingen) Regionalligameister. „Es ist ein tolles Gefühl, mit dem Heimatverein in die Dritte Liga aufzusteigen“, sagt Chessa dazu. Und eine Etage höher lief es gleich bestens. Neuling Ulm überwintert hinter Jahn Regensburg und Dynamo Dresden auf Rang drei, der am Rundenende Relegationsspiele zur Zweiten Bundesliga bringt. Chessa, der dazu sechs Treffer und vier Torvorlagen beisteuerte, will von einem neuerlichen Aufstieg aber noch nicht reden: „Die Hinrunde lief super, das haben uns die wenigsten zugetraut. Unser Ziel ist der Klassenhalt. Was dann noch on top kommt, wird man sehen.“
Zweimal ausverkauftes Stadion
Besonders gefreut hat ihn, dass das Donaustadion diese Saison schon zweimal ausverkauft war. Jeweils 17.000 Zuschauer kamen zu den Heimspielen gegen 1860 München und Dynamo Dresden, immerhin 10.000 waren es gegen Arminia Bielefeld. Chessa: „Die Fußball-Euphorie ist nach Ulm zurückgekommen.“
Mit Ehefrau Ina, einer Pirmasenserin, den beiden Söhnen und den Schwiegereltern aus Pirmasens lebt er seit einem Jahr in Heidenheim in einem großen Haus. „Sie sind immer bei den Spielen im Stadion. Matteo, der jetzt fünf Jahre alt ist, kommt dann nach dem Spiel auf den Rasen“, erzählt der Familienvater.
Weiter Kontakt zum FKP
In Pirmasens, wo noch die Brüder und die Großeltern seiner Frau leben, war er als vielbeschäftigter Profi schon länger nicht mehr. Doch den FKP hat er immer noch im Blick. „Ich verfolge das. Eintracht Trier ist in der Oberliga weg, aber der zweite Platz ist für den FKP noch drin. Ich bin gespannt, wie die Saison noch läuft“, sagt Chessa. Über die Sozialen Medien hält er „Kontakt mit einigen FKP-Spielern wie Manuel Grünnagel, Tim Hecker oder Yannick Grieß“.
Kürzlich wurde dem Ex-Pirmasenser eine besondere Ehre zuteil. Das Fachmagazin „Kicker“ stufte ihn in seiner Drittliga-Rangliste unter den offensiven Außenbahnspielern in die Kategorie „herausragend“ ein. „Das ist für mich eine Bestätigung meiner Arbeit und dass ich alles gegeben habe“, sagt Chessa dazu, wobei er in Ulm nicht nur Rechtsaußen ist, sondern auch im zentralen Mittelfeld spielt. Ihn als Verteidiger einzusetzen, ist schon lange kein Thema mehr ...