1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Welche Modeerscheinungen FCK-Trainer Friedhelm Funkel ablehnt

FCK-Trainer Friedhelm Funkel attestierte seiner Mannschaft eine gute Leistung in Rostock.
FCK-Trainer Friedhelm Funkel attestierte seiner Mannschaft eine gute Leistung in Rostock.

FCK-Trainer Friedhelm Funkel erwartet von seiner Mannschaft gegen den VfL Osnabrück die passende Einstellung. Er sagt auch, wie der FCK den Ligaverbleib packen kann.

Friedhelm Funkel ist der Grandseigneur unter den deutschen Fußball-Lehrern. Er hat sehr viel Lebenserfahrung gesammelt in den 70 Jahren. Im Fußball macht ihm kaum einer etwas vor. Er ist jemand, der mit gesundem Menschenverstand und offenen Augen durch das Leben schreitet.

Als Fußball-Trainer beobachtet er Dinge, redet viel mit den Spielern. Er gibt seinen Profis das Gefühl, dass alle gebraucht werden. Funkel reduziert seine Spieler nicht auf Zahlen. Deshalb hielt er am Donnerstag beinahe schon eine flammende Rede, warum Werte wie Laufleistung, erwartete Tore oder intensive Läufe für ihn persönlich keine Rolle spielen. „Die ganzen Werte, die seit einigen Jahren dazu herangeführt werden, Mannschaften möglicherweise schlecht zu reden, sind überhaupt nichts wert. Entscheidend ist das Ergebnis. Diese ganzen Werte werden total überbewertet. Wenn eine Mannschaft eine schlechtere Laufleistung auf den Platz bringt, heißt es noch lange nicht, dass sie deswegen ein Spiel verliert. Es ist eben relativ leicht, die Werte zu sehen, wo man schlecht ist. Dann ist es klar, warum man auch verloren hat. Doch das ist nicht der Fall. Entscheidend ist, dass man Tore auf dem Feld erzielt und gut verteidigt. Spiele werden durch Tore entschieden, aber nicht nur durch Werte, die immer mehr an Bedeutung gewinnen“, sagte Funkel.

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Duell der laufschwächsten Teams

Seine Ausführung war leidenschaftlich. Es war Funkel anzumerken, dass er diese Modeerscheinung für überbewertet hält. Daher ist ihm auch schnuppe, dass am Sonntag im FCK und dem VfL Osnabrück die beiden laufschwächsten Mannschaften der Liga aufeinandertreffen (13.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de). Osnabrück legte nur 113,3 Kilometer pro Spiel zurück, der FCK sogar nur 111,4 Kilometer pro Partie. Dennoch steht der FCK mit sieben Punkten Vorsprung vor dem Aufsteiger in der Tabelle. Das liegt daran, dass der FCK in dieser Saison bislang sieben, Osnabrück nur drei Spiele gewonnen hat.

Für Funkel werden am Sonntag gegen 15.30 Uhr die Laufwerte keine Rolle spielen. Er wird danach nicht sofort in die Kabine huschen und die Daten auf dem Laptop prüfen. Er wird Wert darauf legen, dass seine Mannschaft im Spiel die passende Einstellung und Bereitschaft gezeigt hat, um am Sonntagnachmittag eine richtig gute Stimmung auf dem Platz zu erleben.

Der FCK müsse konstanter werden. Dann wird die Mannschaft über den Ligaverbleib am Saisonende jubeln können, sagt Trainer Friedh
Der FCK müsse konstanter werden. Dann wird die Mannschaft über den Ligaverbleib am Saisonende jubeln können, sagt Trainer Friedhelm Funkel.

Ein Selbstläufer aber wird das nicht. „Osnabrück wird nicht so einfach. Sie haben gegen zwei Top-Teams gewonnen. Das schafft nicht jeder, das muss man erst einmal hinbekommen. Wir sind hier in der Lage, gegen diese Mannschaft zu gewinnen. Wir müssen eine konzentrierte, kampfbetonte Leistung auf den Platz bringen. Wir müssen eine Top-Leistung bringen, um zu gewinnen. Wir müssen den Sieg in Rostock nun im eigenen Stadion bestätigen. Das wollen wir, das wollen wir mit aller Macht“, sagt Funkel.

Funkel: Spieler hatten schlechtes Gewissen

Es ist dieser unbedingte Wille, den der Trainer sehen will. Dann ist Funkel auch zuversichtlich, dass der FCK dieses wichtige Spiel, wie er sagt, gewinnt. Im Grunde sagte Funkel verklausuliert, dass die Mannschaft so beherzt auftreten solle wie beim 3:0-Sieg in Rostock. Dafür gab es diese Woche keine großen Zusammenkünfte zwischen Spielern und Fans, oder innerhalb der Mannschaft. Das war nach der 0:4-Niederlage gegen den KSC der Fall gewesen. „Die Spieler haben untereinander gesprochen, sie hatten ein schlechtes Gewissen, das ist schon einmal ein gutes Zeichen, dass es ihnen nicht egal war, wie sie aufgetreten sind, wie sie das Spiel gegen den KSC verloren haben. Das Team hat es selbst geschafft, sich aus dieser misslichen Situation zu befreien“, sagte Funkel.

Er erwartet daher auch gegen Osnabrück Eigenverantwortung auf dem Platz. Wer dazu die Möglichkeit bekommen wird, ließ sich Funkel nicht entlocken. Vertraut er dem siegreichen Team in Rostock? „Das Team wird sich in den nächsten Wochen punktuell verändern“, sagte Funkel. Er denkt dabei an Marlon Ritter, Boris Tomiak, Kenny Prince Redondo und Nikola Soldo, die alle vier Gelbe Karten gesehen haben. Bei der nächsten Verwarnung gibt es ein Spiel Sperre. Weil eine Mannschaft kein statisches Gebilde ist, sondern im Team immer wieder Veränderungen vorkommen, ist es für Funkel von Bedeutung, dass sich der eine oder andere im Training anbietet. „Es ist wichtig, dass die Spieler, die momentan nicht in der Anfangsformation sind, sich nicht hängenlassen. Der, der mehr Gas gibt, wird größere Chancen haben, in der kommenden Woche im Kader zu stehen“, sagt Funkel.

Ein Trio fehlt gegen Osnabrück

Am Sonntag werden Philipp Hercher, Philipp Klement und Hendrick Zuck weiter fehlen. Zuletzt flogen auch die Winterzugänge Filip Stojilkovic und Ba-Muaka Simakala aus dem Kader. Ein Dauerzustand muss das aber nicht sein, betont Funkel. „Bei den beiden Spielern fehlt nicht viel. Ich kann keinem Spieler was vorwerfen. Die Trainingsleistungen sind okay, jeder bemüht sich, bei dem einen ist es besser, bei dem anderen weniger“, sagt Funkel. Er könne eben nur 20 Spieler nominieren. Das sei eine Regel, an die er sich halten müsse.

Ein weiteres Muss wird Funkel am Donnerstag noch los. Der Mannschaft fehle die Konstanz. „Wir werden nur dann eine Chance haben, in der Liga zu bleiben, wenn wir konstanter werden“, sagt er: „Daher ist es wichtig, ein Erfolgserlebnis nachzulegen.“

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