1. FC Kaiserslautern
Lachen in den Katakomben: So lief das erste Training nach dem Befreiungsschlag
Die Welt hat sich seit Samstagnachmittag nicht komplett verändert. Die Ausgangslage ist für die Profis des 1. FC Kaiserslautern nicht plötzlich rosig, nachdem sie zuvor mindestens tiefgrau war. Trotzdem war am Dienstag zu spüren, was gemeint ist, wenn in der Fußballersprache von einem Befreiungsschlag die Rede ist. Vor der ersten Trainingseinheit der Woche hallte wiederholt ein Lachen durch die Katakomben des Fritz-Walter-Stadions. Die Spieler hatten beim Fußballtennis, der Court war vor dem Umkleidebereich aufgebaut, sicht- und hörbar viel Freude. Ehe sich die Spieler des Zweitligisten auf dem Weg zum Trainingsplatz machten, herrschte in der Kabine und davor gute Stimmung.
„Wollten gut in die Woche kommen“
Die 90 und ein paar mehr Minuten im Ostseestadion in Rostock haben einiges bewirkt. Durch den 3:0-Sieg sind die Lauterer in der Tabelle der Zweiten Liga nicht nur auf den 15. Platz geklettert, wodurch sie die Abstiegszone verlassen haben. Durch die Leistung beim vorherigen Tabellennachbarn FC Hansa ist außerdem die Freude in einer Mannschaft zurückgekehrt, die in den Tagen zuvor und nach der 0:4-Klatsche im Südwestderby gegen den Karlsruher SC verloren gegangen war. Es ist spannend, wie eine Partie und ein Ergebnis vieles in eine andere Richtung wenden können – und im Fall der Roten Teufel wurde dies am Wochenende deutlich.
„Wir hatten jetzt anderthalb Tage frei und wollten gut in die Woche kommen“, sagte Friedhelm Funkel nach der Trainingseinheit und war bemüht, nicht zu sehr an den schönen Erlebnissen der jüngeren Vergangenheit festzuhängen, sondern die Aufmerksamkeit darauf zu richten, was vor der Mannschaft und ihm liegt. In den kommenden Tagen wird er die Spieler mit den Kollegen im Trainerteam auf die Partie gegen den VfL Osnabrück vorbereiten, die am Sonntag auf dem Programm steht. So ist das im Abstiegskampf: nach dem wichtigen Spiel ist vor dem nächsten.
Funkel beobachtet genau
Funkel stimmte die Profis mit vielen Spielformen auf die nächsten und vermutlich schweißtreibenden Tage ein. „Da sind fußballerische Dinge immer gut“, fügte der Cheftrainer an, der die „Arbeit“ auf dem Übungsplatz seinen Assistenten überließ. Funkel schaute sich die Einheit vom Rand aus an, auf den ersten Blick wirkte er unbeteiligt. Aber das Gegenteil war der Fall, Funkel beobachtete genau, wie sich die Spieler verhielten. Er konnte zufrieden sein, denn die Spieler waren konzentriert und engagiert bei der Sache.
Ben Zolinski und Afeez Aremu fehlten am Dienstag erkältet, während Philipp Hercher und Philipp Klement angeschlagen eine individuelle Einheit absolvierten. Frank Ronstadt trainierte stattdessen mit der Mannschaft, so dass der Rechtsverteidiger für die Partie am Sonntag gegen den VfL Osnabrück eine Alternative sein kann. Winterzugang Ronstadt, vom SV Darmstadt 98 gekommen, hatte sich bei der 1:2-Niederlage gegen den SC Paderborn verletzt und hat bislang unter Funkel keine Minute auf dem Feld gestanden.
Stimmung soll sich nicht mehr wandeln
Rund 40.000 Karten sind für die Partie gegen das Schlusslicht bislang verkauft worden. Nur mit einem Sieg, da sind sich beim FCK alle Beteiligten einig, bleibt die Stimmungslage rund um den FCK optimistisch. Die gute Laune war deshalb wichtig, sollte aber nicht dazu führen, dass es den Profis der Roten Teufel an Konzentration für die Aufgabe in der nahen Zukunft fehlt. „Wir konnten am Samstag und am Sonntag ein bisschen feiern, aber spätestens ab heute geht es darum, uns auf die nächste Aufgabe vorzubereiten“, sagte Ragnar Ache. Der dreifache Torschütze beim 3:0 in Rostock gab die Marschroute für die Kollegen und ihn selbst vor.
Die FCK-Belegschaft möchte am kommenden Sonntag schließlich nicht erleben, wie sich die Stimmungslage rund um den Klub durch ein einziges (in diesem Fall negatives) Resultat komplett wandelt.
