Fussball
Vor Derby gegen FCK: Wie gut hat sich der KSC vom Testspiel-Debakel erholt?
Testspiele in Länderspielpausen besitzen normalerweise eine mehr als überschaubare Aussagekraft. Ein paar Profis aus der zweiten Reihe dürfen sich mal wieder über 90 Minuten zeigen, vielleicht wagt ein Trainer auch einmal ein taktisches Experiment, das er im Ligabetrieb als zu riskant ansehen würde. In der Zweiten Liga gab es in der vergangenen Woche jedoch zwei Ausnahmen von dieser Testspiel-Regel zu beobachten: Der 1. FC Magdeburg beurlaubte nach einer 0:6-Demontage gegen Eintracht Braunschweig seinen bereits angeschlagenen Trainer Markus Fiedler, und der Karlsruher SC stopfte sich mit einer 0:7-Klatsche bei Bundesligist SC Freiburg ein paar ganz schwere Steine in seinen Rucksack vor dem Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern (Samstag, 13 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de).
Eine üble Abreibung, die rund um den Wildpark nachwirkt. „Es war nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Art und Weise nicht besonders gut“, fand KSC-Trainer Christian Eichner auf der Pressekonferenz am Donnerstag zunächst noch diplomatische Worte für den erschreckenden Auftritt im Breisgau. Es überrascht nicht, dass der Karlsruher Coach für das mit über 32.000 Zuschauern ausverkaufte Südwestderby ein ganz anderes Gesicht fordert. „Wir nehmen für Samstag mit: Wenn wir so ein Zweikampfverhalten wie in Freiburg abliefern, werden wir keine Chance haben“, sagte Eichner.
Wenn der Sechste FCK beim Siebten KSC antritt, sagt schon die Tabelle einiges darüber aus, dass die Leistungsunterschiede gering ausfallen dürften. „Es wird zum jetzigen Zeitpunkt ein absolutes Spiel auf Augenhöhe, vergleichbar zu dem im Mai“, sagte Eichner. Am 32. Spieltag der Vorsaison trennten sich Karlsruhe und Kaiserslautern in einer temporeichen Begegnung 2:2.
KSC baut auf seine Heimstärke im Wildpark
Der KSC setzt dabei auf seine Stärke im Wildpark, wo die Badener bisher alle vier Heimspiele in dieser Saison gewonnen haben. „Wir werden versuchen das Heimthema weiter auszubauen und den Zuschauern, für die dieses Spiel einen großen Wert hat, einen Dreier zu schenken“, sagte Eichner. Die Partie werde über die direkten Duelle entschieden. „Wer die mehrheitlich für sich entscheidet, wird das Spiel auf seine Seite ziehen“, sagte der frühere Hoffenheimer Profi. Das desolate Testspiel in Freiburg habe, so Eichner, in diesem Zusammenhang Anschauungsuntericht geliefert, wie es im Profifußball eben nicht funktioniere. „Ich bin überzeugt davon, dass meine Mannschaft ein Auftreten an den Tag legen wird, dass einem Derby entspricht.“
