1. FC Kaiserslautern Von Pirmasens abgekocht worden
«Kaiserslautern.» Schweigen auf der Bank. Gerade hat der Schiedsrichter die Partie im Fritz-Walter-Stadion abgepfiffen. Der FK Pirmasens lässt sich von seinen Fans für den 2:0-Sieg feiern, und die U23 des 1. FC Kaiserslautern sitzt auf den roten Ledersitzen, starrt den Rasen an und will nicht in die Kabine.
Sie hat eine Lehrstunde im eigenen Stadion erlebt, hat immer wieder den Ball abgenommen bekommen oder verloren, musste mit ansehen, wie der FKP aus zwei, drei Chancen zwei Tore machte. „Wir hatten ein Ziel, und das haben wir nicht erreicht“, sagt Arthur Ekallé enttäuscht. Und sein Trainer Hans Werner Moser drückt es ähnlich deutlich aus: „Meine Jugendmannschaft ist heute von einer robusten Pirmasenser Mannschaft abgekocht worden. 90 Prozent haben den Test nicht bestanden.“ Es dauerte fünf Minuten, dann war der FKP über die Außenbahn durch, Manuel Grünnagel stand vor dem Tor und zog aus fünf Metern ab. Und Pirmasens führte 1:0. „Wir waren geschockt. Das kam unerwartet, wir haben uns das ganz anders vorgestellt“, gibt Ekallé später zu. Er weiß, warum Pirmasens zu leichtes Spiel hatte. „Wir standen falsch, haben nicht richtig dagegengehalten.“ „Die erste Halbzeit war gut“, lobt FKP-Trainer Peter Tretter sein Team. Mit dem Auftakt zur zweiten war er dann nicht ganz so zufrieden. „Wir haben versucht, Druck zu machen“, erklärt Lauterns Außenverteidiger den Matchplan. Dann fiel das 2:0 durch Dennis Krob (56.). Ekallé: „Die Flanke kommt rein, wir haben den Ball nicht klar rausgehauen.“ Die Schlussoffensive kommt zu spät. Zehn Minuten vor Abpfiff versuchen es die Roten Teufel immer wieder. Brijan Kjeldsberg, der schon in der 63. Minute von Ekallé den Ball auf den Fuß bekommen, aber das Tor verpasst hatte, bediente David Tomic, der nur ein Schüsschen zustande brachte (83.). „Eins kann uns keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben“ und „Die Schuhstadt ist wieder da“ singen die Pirmasenser Fans. Valdrin Mustafa köpft übers Tor, und Dylan Esmel schießt weit vorbei. Zwei Minuten vor Schluss legt Tomic zurück zu Kapitän Christian Kühlwetter, auch der schießt vorbei (88.). „Wir hätten eine von den Chancen nutzen müssen“, weiß Ekallé. „Pirmasens hat verdient gewonnen. Die waren in jedem Zweikampf brutal eng dran“, analysiert Moser nüchtern. Und schiebt hinterher: „Ich bin hoffentlich nicht der einzige, der sagt, wir müssen uns an diese Oberliga gewöhnen. Der ein oder andere hat sich erschrocken, auch von den Profispielern, wie schnell es geht.“ Der Trainer weiß, dass sich das nicht von heute auf morgen ändern lässt. „Das wird Woche für Woche ein harter Kampf. Die jungen Spieler brauchen Eingewöhnungszeit. Das war in vielen Bereichen zu wenig. Wir brauchen uns nicht einbilden, dass wir nächste Woche nach Engers fahren, und es wird ein anderes Spiel. Die jungen Spieler sollen den Ball flachhalten und erst einmal über 90 Minuten Oberligaspielern Paroli bieten.“ Dass Nino Miotke wegen seiner Rotsperre – er musste nach dem Homburgspiel ein Spiel pausieren – fehlte, will der Trainer nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Wir wollen keine Ausreden suchen. Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Wir brauchen noch das ein oder andere Spiel, um in der Oberliga anzukommen.“
