1. FC Kaiserslautern Sport-Plauderei mit Hardy Höfli (80) über die FCK-Traditionself
Kaiserslautern. In der Kolumne Sport-Plauderei stellen wir Menschen vor, die sich hinter den Kulissen bewegen. Heute: Hardy Höfli (80) aus Kaiserslautern. Der Pensionär, der bis 2004 ein Modegeschäft führte, war lange Jahre Abteilungsleiter der Traditionsmannschaft des 1. FC Kaiserslautern.
Ja, ich habe das Amt in jüngere Hände gegeben. Heinz Wilhelmi, unser ehemaliger Amateur-Nationalspieler, hat das Amt übernommen. Ich mache im Teammanagement weiter. Das ist schon eine zeitaufwendige Aufgabe. Man muss die Verbindung zu den einzelnen Spielern halten – das ist ein kleines Unternehmen mit wechselndem Personal, das aus ganz Europa kommt, wenn ich nur an unsere Tschechen, Miro Kadlec und Pavel Kuka, oder die Schweden Ronnie Hellström und Roland Sandberg denke. Ich habe hier Autogrammpost, Briefe zu Weihnachten, die beim FCK eingingen. Ich leite die weiter, ich habe ja die Kontakte und die Adressen. Wie viele Spiele macht ihr im Jahr? 17 bis 20 – früher waren’s mehr. Es ist schwer geworden, immer ausreichend Spieler zu haben. Durch die hohe Fluktuation, die wir seit dem Jahr 2000 bei den Profis haben, fehlt uns sozusagen der Nachwuchs. Einer der wenigen, der nach den 1998’ern dazu kam, ist Alex Bugera. Er ist ja als Co-Trainer beim FCK stark eingebunden, aber wenn er Zeit hat, spielt er bei uns. Ich bin froh, dass Werner Melzer fast immer spielt, Marco Reich und Thomas Riedl tun uns gut. Bemerkenswert, was beispielsweise Tommy Klasen, Anel Dzaka, Cem Karaca oder Timo Wenzel auf sich nehmen, um dabei zu sein. Alois Schwartz ist, wann immer es geht, dabei. Fabi Hayer spielt öfter bei uns als in Mainz. Wenn wir im Süden spielen, kommt Uwe Wegmann dazu. Andi Buck hätte ich gerne öfter bei uns – ihn zieht’s aber auch noch zum VfB Stuttgart. Der neue FCK-Trainer Sascha Hildmann könnte euch ja verstärken … Er hat bisher noch kein Spiel in der Traditionsmannschaft gemacht. Ich glaube aber, dass er dank seiner Mentalität und dem eisernen Willen, erfolgreich in seinem Beruf zu sein, die Mannschaft verändern wird. Gute Ansätze hat man schon gesehen. Haben Sie selbst Fußball gespielt? Ich war Stürmer beim VfR Kaiserslautern in der Oberliga. Ich musste dann nach einem Schädelbruch aufhören, den habe ich mir beim Zusammenprall mit Gerhard Ahrens zugezogen, der sich heute im FCK-Museum engagiert, damals bei den Sportfreunden Saarbrücken spielte. Seit wann sind Sie in der Traditionsmannschaft engagiert? Ich bin seit 1972 dabei, in der ersten Zeit habe ich auch noch mit Fritz Walter gespielt. Was macht den Reiz der Mannschaft heute noch aus? Fußball verbindet. Auch mit unseren Gegnern. So hart die früher auch auf den Plätzen miteinander umgesprungen sind – hinterher war das vergessen. Das war auch bei einem unserer Benefizspiele in Herzogenaurach zu hören, als Uli Hoeneß vor Ort war und erzählte, wie ungern sie früher zu uns nach Lautern gekommen sind. Wie viele Benefizspiele macht ihr? Vier im Jahr. Das nächste ist am Samstag, 11 Uhr, in Kirchheimbolanden – da spielen wir beim Turnier in der Realschulsporthalle im Gedenken an den gestorbenen Pfarrer Elmar Funk für „Brot für die Welt“. Wir haben ja öfter gegen ihn und seine „Pälzer Parre“ gespielt. Fußball verbindet. Wie ist die Verbindung zum FCK? Es ist eine totale Entfernung des FCK von den Persönlichkeiten feststellbar, die den Verein geprägt haben. Wir sind Werbeträger des Vereins. Tradition schießt zwar keine Tore, aber sie ist das Fundament. Ich habe nicht verstanden, warum nach dem Tod von Dietmar Schwager nicht mit Trauerflor gespielt wurde. Aber der Verein hat bei der Trauerfeier Stil bewiesen – der komplette Ehrenrat und der Vorstand des e. V. waren vertreten. Ottmar Frenger hat sehr gut gesprochen, einen großen Spieler gewürdigt. Es drückte die Verbundenheit mit „Dittes“ aus, dass 15 ehemalige Mitspieler da waren.
