1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Nur fast unmöglich: So kann der FCK doch noch aufsteigen

FCK-Trainer Torsten Lieberknecht (rechts) und Sportdirektor Marcel Klos feiern das 1:0 von Berlin.
FCK-Trainer Torsten Lieberknecht (rechts) und Sportdirektor Marcel Klos feiern das 1:0 von Berlin.

Fünf Spieltage vor dem Saisonende sind die Chancen des FCK auf den Relegationsplatz nur noch rechnerischer Natur. Was für ein Fußballwunder passieren müsste.

Beim frustrierten Gegner Hertha BSC legten sie nach der 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern das Thema Aufstieg zumindest öffentlich zu den Akten. „Wir müssen ehrlich sein. Es wird sehr schwer, eigentlich fast unmöglich“, sagte der Berliner Paul Seguin. Eigentlich fast unmöglich ist ein gutes Stichwort: Denn sowohl der Tabellensechste aus der Hauptstadt (47 Punkte/plus 9 Tore) als auch der FCK (46/+8) liegen fünf Spiele vor dem Saisonende bereits ein gutes Stück hinter Relegationsplatz drei, den seit dem Wochenende Hannover 96 (53/+14) belegt. Dazwischen rangieren noch die SV Elversberg (52/+17) und der SV Darmstadt 98 (50/+16).

Realistisch ist es natürlich kaum, dass es der FCK noch in die Relegation gegen den Bundesliga-16. (zurzeit der FC St. Pauli) schafft. Aber rechnerisch wäre es noch möglich, dass das Team von Trainer Torsten Lieberknecht auf den dritten Platz vorstößt. Um dieses pfälzische „Fußball-Wunder“ zu erzwingen, müsste Lieberknechts Mannschaft an erster Stelle eine jener furiose Serien hinlegen, die man sich in Kaiserslautern zwar gerne nach dem zweiten Schoppen ausmalt, die auf dem Rasen aber eine Perfektion und Konstanz verlangen, die dieser Kader in der laufenden Spielzeit nur selten im Sortiment hatte. Die Konkurrenten, die vor den Roten Teufeln rangieren, müssten außerdem Schwächen zeigen und Punkte liegenlassen.

61 Punkte müssten reichen

Wenn der FCK überhaupt noch einmal ansatzweise in den Bereich des dritten Platzes kommen will, benötigen die Roten Teufel jedoch zunächst eine perfekte oder fast perfekte eigene Ausbeute in den letzten fünf Partien. 13, besser 15 von 15 möglichen Punkten dürften nötig sein, um in unserer Projektion das fast Unmögliche zu schaffen. Gewinnen die Pfälzer bei Holstein Kiel (Freitag, 18.30 Uhr), gegen Eintracht Braunschweig, in Dresden, gegen Bielefeld und zum Saisonabschluss beim 1. FC Magdeburg, käme der FCK auf 61 Punkte. Statistisch gesehen hat dieser Wert in fast allen Zweitliga-Spielzeiten der vergangenen 30 Jahre mindestens für den dritten Platz gereicht. Ein Beispiel aus der vergangenen Saison: Da schaffte es Elversberg mit „nur“ 58 Punkten in die Relegation, in der die Saarländer am 1. FC Heidenheim scheiterten.

Lauterer Restprogramm liest sich machbar

In Fankreisen wird derweil bereits die Inventur der Versäumnisse vorgenommen, an denen das Projekt Aufstieg wahrscheinlich scheitern wird. Man zählt die verlorenen Punkte auf Schalke (2:2), gegen Nürnberg (1:1), das Remis in Düsseldorf (1:1) oder jene bodenlosen Auftritte in Darmstadt (0:4) und Nürnberg (0:3) zusammen. Rational betrachtet werden dem FCK am Ende genau jene zwei, drei Siege fehlen, die aus einer ordentlichen Saison eine historische gemacht hätten.

Die hypothetische Aufholjagd würde zusätzlich dadurch erschwert, dass der FCK noch vier Vereine überholen muss – und die Tabellenspitze in der Zweiten Liga in dieser Saison vergleichsweise punktstark ist. Wieder ein Vergleich mit der Vorsaison: Damals stieg der 1. FC Köln mit 61 Punkten als Meister auf. Die Lauterer müssen deshalb darauf hoffen, dass gleich mehrere Konkurrenten Schwächen zeigen – und sich die Topteams in den direkten Duellen untereinander die Punkte klauen. Hannover spielt am Samstag gegen den Zweiten SC Paderborn (57/+17), Elversberg muss noch nach Darmstadt und trifft an der Kaiserlinde auf Paderborn.

Lauterer Angstgegner: Am letzten Spieltag muss der FCK in Magdeburg mit Baris Atik ran.
Lauterer Angstgegner: Am letzten Spieltag muss der FCK in Magdeburg mit Baris Atik ran.

Das Restprogramm des FCK liest sich auf dem Papier machbar – alle fünf Gegner kämpfen gegen den Abstieg. Allerdings hat Lieberknechts Team gegen die gleichen fünf Klubs in der Hinrunde nur sieben von 15 möglichen Punkten eingefahren. Vor allem der finale Akt in Magdeburg, gegen den der FCK seit Jahren verlässlich scheitert (nur ein Sieg in sieben Zweitliga-Duellen), wirkt wie die letzte, unberechenbare Hürde in diesem Drehbuch.

Torsten Lieberknecht, der den Aufstieg mit seinem Heimatverein zu seinem persönlichen Lebensprojekt erhoben hat, hat die Akte innerlich bereits vor dem überraschenden Sieg in Berlin geschlossen. Bevor sein Traum in Erfüllung gehen kann, steht höchstwahrscheinlich eine weitere Ehrenrunde in der Zweitklassigkeit bevor. Auch in der Pfalz gilt weiterhin die alte Regel: Die Schwerkraft der Tabelle ist am Ende immer stärker als die Wucht der Träume.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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