Tennis
Wie der Tennisclub Lachen-Speyerdorf an den AOK-Gesundheitspreis kam
Es ist spannend, wenn er von den Anfängen im Ehrenamt beim Tennisclub erzählt. Mit Sohn Evan und Tochter Joelle sowie seiner Frau ist die Familie vor einigen Jahren im Club eingetreten. Mittlerweile engagiert sich die 18-jährige Joelle und leitet die Tennis-Ballschule für die drei- bis sechsjährigen Kinder. Als es im vergangenen Jahr darum ging, die vakante Position des Jugendwarts beim TC Blau-Weiß Lachen-Speyerdorf zu besetzen, stellte sich Sascha Winheim zur Verfügung. „Aber keiner konnte mir so richtig sagen, was eigentlich meine Aufgaben sind“, verrät er.
Also meldete er sich mit seiner Tochter beim Sportbund Pfalz zur Jugendleiter-Ausbildung und um die Trainerlizenz zu erwerben. Kein Honigschlecken für den 47-jährigen Informatiker, der an sechs Wochenend-Seminaren teilnahm und die 180 Euro für die Ausbildung inklusive Verpflegung und Unterkunft aus eigener Tasche bestritt. Bei der Ausbildung hat er viel Nützliches, Neues und Nachhaltiges erfahren und auch von der Ausschreibung für den Gesundheitspreis gehört. Und er hat nicht lange gefackelt, sondern die Bewerbung auf die Reise geschickt.
Eigene App programmiert
Der kleine Dorfverein hat rund 200 Mitglieder, fast ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. Winheim weiß, den Gesundheitspreis gibt es für das Gesamtpaket im Verein. Neben dem Sport zählen dazu auch die sozialen Aktivitäten. Er stützt sich dabei auch auf Anregungen seiner Kinder. Sohn Evan schlug vor, eine Lasertag-Anlage in Landau zu besuchen. „Es war eine kleine Gruppe, die mitfuhr. Die Kinder müssen mich erst kennenlernen“, erzählt Winheim. Er hat die Erfahrung gemacht, man müsse erst klein anfangen. Dazu zählt dann auch eine interne Clubmeisterschaft. Und er weiß, dass es nicht ein perfekter Verein sein müsse, um so eine Auszeichnung zu erhalten. Doch er ist zu bescheiden, erst auf hartnäckige Nachfrage verrät er, dass er beispielsweise auch eine spezielle App entwickelt hat. Damit sind die Angebote und Termine digitalisiert und übersichtlich abrufbar. „Ein Handy nimmt jeder Jugendliche in die Hand, so kann man die Altersgruppe einfangen“, glaubt er. Rund 30 Stunden im Monat investiert er mindestens in die Vereinsarbeit, so etwa auch die Planung für das Sommercamp in den Ferien.
Doch Winheim plagen auch Sorgen. Er weiß noch nicht, wie er die Kinder und Jugendlichen durch den Winter bringen kann. Denn die Tennishalle in Maikammer, in der der Verein in den vergangenen Jahren während der kalten Jahreszeit trainiert hat, existiert in dieser Art nicht mehr. Sie wird zu einer Padel-Halle umgebaut. Padel, das ist eine vereinfachte Tennis-Variante, die im Doppel gespielt wird. Doch die Plätze sind damit für normales Tennis nicht mehr nutzbar. „Ich habe eine Riesenangst, dass die Jugend abwandert. Da schlucken uns die großen Vereine einfach. Ich habe noch keine Ahnung, was wir machen sollen. Wir haben zwar bei anderen Vereinen mit Hallen angefragt, aber noch keine Zusage. Und die Vereine brauchen ja selbst ihre Kapazitäten“, sagt er.
Kurze Wege im Dorf
Doch momentan hat eine angenehme Pflicht zu erfüllen. Was geschieht mit dem AOK-Preisgeld von 500 Euro? Winheim möchte Vorschläge von den Jugendlichen sammeln. „Das will ich wirklich nicht diktieren. Die Ideen sollen von den Jungen und Mädchen kommen. Es kommt drauf an, was sich die Altersgruppe wünscht. Wenn Erwachsene hier Vorschläge machen, ist das sicher nicht zielführend“, betont der 47-Jährige.
Nur eines weiß er ganz genau. „Wir geben nicht alles auf einmal aus. Wir sollten viele kleinere Unternehmungen machen“, überlegt er. Und bedankt sich auch bei den Eltern der jungen Mitglieder für die Unterstützung mit Fahrdiensten und Kuchenspenden. Vielleicht hilft so ein Gesamtpaket an ehrenamtlichen Engagement, Mitwirkung und Elternhilfe, dass der kleine Dorfverein nicht nur seine Jugend halten kann, sondern sogar weiter wachsen darf. Denn eines ist auch klar, die Wege im Dorf zur neuen Tennisanlage, die erst 2019 mit sechs Plätzen eingeweiht wurde, sind kurz. Wie es sich halt auf dem Dorf gehört.