1. FC Kaiserslautern
Letztes Spiel des Jahres: Warum ein Sieg gegen Magdeburg für den FCK so wichtig wäre
Nach einer öffentlichen Trainingseinheit am Dienstag fällt ab Mittwoch wieder der Vorhang bei Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern. Die konkrete Vorbereitung auf das letzte Spiel im Jahr 2025 geht ohne Zaungäste über die Bühne, am Samstag (13 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) kommt der 1. FC Magdeburg ins Fritz-Walter-Stadion. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Lage beim FCK.
Mit ein paar Tagen Abstand: Wie ist das 0:0 am Samstag bei Arminia Bielefeld zu bewerten?
Das Fazit dieses aus objektiver Warte lausigen Kicks bleibt zwiegespalten. Die Idee von Trainer Torsten Lieberknecht, nach den heftigen Auswärtsniederlagen zuvor (0:2 in Braunschweig, 1:6 bei Hertha BSC) erst einmal auf Sicherheit und Defensive zu setzen, war sicher nachvollziehbar. Dass die Umsetzung dieser taktischen Vorgaben dann aber dazu führte, dass der FCK in der Offensive so gut wie nicht stattfand und seinen 3000 mitgereisten Anhängern schlimmen Rumpelfußball zumutete, bleibt genauso ein valider Kritikpunkt. In den sozialen Netzwerken kritisierten viele Lauterer Fans die destruktive Spielweise, die eines potenziellen Aufstiegskandidaten nicht würdig gewesen sei. Bei einer Online-Umfrage dieser Zeitung zum 0:0 in Bielefeld votierten 73 Prozent für die Option „Ja, das war mir offensiv deutlich zu wenig.“
Wie ist der nächste Gegner Magdeburg einzuschätzen?
Trotz des schlechten Tabellenstands als sehr gefährlich. Zwar rangieren die Sachsen-Anhaltiner nach einem völlig verkorksten Saisonstart (ein Sieg/sieben Niederlagen) immer noch auf dem 16. Platz, aber der Trend seit der Amtsübernahme des Trainerduos Petrik Sander und Pascal Ibold Mitte Oktober ist positiv: Die Magdeburger punkten seitdem stabil und sorgten unter anderem mit einem 2:0-Sieg im Berliner Olympiastadion bei Hertha BSC für Furore. Dieses Ergebnis sollte dem FCK Warnung genug sein.
Die turbulente Jubiläumspartie zum 60. Magdeburger Vereinsgeburtstag gegen Holstein Kiel endete am vergangenen Wochenende 3:3. „Wir sind jetzt drei Spiele ungeschlagen und auf einem guten Weg“, sagte Offensivspieler Baris Atik, der aus Frankenthal stammt. Und wie sieht er die Chancen des FCM auf dem Betzenberg? „Wer den Abstiegskampf annimmt, muss versuchen, überall zu gewinnen. Und das werden wir auch in Kaiserslautern versuchen.“
Welchen Einfluss hat das Magdeburg-Spiel auf die Lauterer Hinrundenbilanz?
Einen nicht zu unterschätzenden. „Ja“, antwortete Mittelfeldmann Fabian Kunze in Bielefeld auf die Frage, ob die Hinrunde bei einem Sieg gegen Magdeburg als gut und gelungen bezeichnet werden könne. Mit einem Dreier gegen den FCM würde der FCK die erste Halbserie mit 30 Punkten beenden – es wäre die beste Ausbeute seit der Rückkehr in die Zweite Liga 2022. In der darauffolgenden Saison 2022/2023 hatten die Pfälzer unter Trainer Dirk Schuster die Hinrunde mit 29 Punkten beendet.
Allerdings würde auch ein Sieg gegen Magdeburg nichts daran ändern, dass der FCK auf jeden Fall in der Verfolgerrolle in die Rückrunde starten wird. Der sehr stabile Herbstmeister Schalke 04 (37) ist vor dem letzten Spieltag bereits um zehn Punkte enteilt, auch die Plätze zwei bis vier mit der SV Elversberg (33), Darmstadt 98 (32) und dem SC Paderborn (32) sind für den Tabellensechsten aus der Pfalz (27) aktuell außer Reichweite.
Für die Stimmung rund um den Betzenberg wäre ein Erfolgserlebnis zum Abschluss so oder so Gold wert – gerade nach den heftigen Leistungsschwankungen in den vergangenen Wochen. Mit einem Sieg könnten alle beim FCK entspannt Weihnachten feiern. Netter Nebeneffekt: Bei einem Dreier gegen Magdeburg würden die Roten Teufel die Hinrunde als beste Heimmannschaft der Liga beenden.
Wie ist die Personalsituation beim FCK vor dem Hinrundenfinale?
Angespannt. Neben den fünf Langzeitverletzten Ivan Prtajin (Muskelbündelriss), Simon Asta (Kreuzbandriss), Mahir Emreli (Sehnenabriss im Adduktorenbereich), Ji-soo Kim (muskuläre Probleme) und Kenny Prince Redondo (Zehblessur) muss sich auch der rechte Schienenspieler Paul Joly nach seiner Zerrung momentan durchbeißen. Zudem kann in der laufenden Erkältungssaison schnell ein weiterer Ausfall hinzukommen – und die verbliebenen Alternativen auf der Bank wie Faride Alidou oder Richmond Tachie sind zuletzt allesamt den Nachweis schuldig geblieben, der Mannschaft in ihrer aktuellen Form helfen zu können. Wenigstens kehrt Linksverteidiger Mika Haas nach seiner Gelbsperre in Bielefeld zurück.
Wann ist mit der Rückkehr der Langzeitverletzten zu rechnen?
Am besten sieht es bei Verteidiger Kim aus, der zurzeit bei seinem Stammverein FC Brentford in London behandelt wird und sehr wahrscheinlich zum Start in die Wintervorbereitung im neuen Jahr wieder auf dem Betzenberg aufschlagen wird. Bei Mahir Emreli wird es hingegen noch ein paar Wochen oder Monate länger dauern. Zurzeit führt der Angreifer seine Reha auch aufgrund von „privaten Themen“ (Lieberknecht) in seiner aserbaidschanischen Heimat fort, wird aber am 22. Dezember wieder in Kaiserslautern erwartet, wo er dann im Fitnessraum arbeiten wird.
Bei Mittelstürmer Prtajin hängt es vom Heilungsverlauf ab. Wenn alles normal läuft, dürfte der Kroate gegen Mitte oder Ende Januar wieder in den Trainingsbetrieb integriert werden. Zu spät für die beiden wichtigen ersten Rückrundenspiele gegen Hannover 96 (Sonntag, 18. Januar) und bei Schalke (Sonntag, 25. Januar). Ähnlich sieht es bei Redondo und Asta aus, die zwar schon wieder individuell auf dem Platz trainieren, bei denen es aber laut Lieberknecht „für Hannover und Schalke höchstwahrscheinlich nicht reichen wird“.
