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Kommentar zum ersten FCK-Auswärtsspiel in Liga zwei: Frische Brise
Vier Tore, nette Unterhaltung und angenehme Atmosphäre im Holstein-Stadion: Die erste Reise zu einem Zweitliga-Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern seit mehr als vier Jahren hat sich gelohnt für die 1500 bis 2000 Anhänger, die die Roten Teufel nach Kiel begleitet haben.
Eingeleitet wurde die Partie von einer in Kiel äußerst würdevoll zelebrierten Gedenkminute für den im Alter von 85 Jahren gestorbenen Uwe Seeler. Stille. Komplette Stille, keine völlig deplatzierten Zwischenrufe, wie sie bei solchen Anlässen leider manchmal in den Stadien zu hören sind. Und am Ende der Stille anerkennender Applaus – ganz ohne sinnfreies Gegröle.
Ein Beispiel für die gegenseitigen Besuche im Kieler Spitzensport: Ex-Handball-Nationalspieler Patrick Wiencek saß im grauweißen leichten Kapuzenpulli auf der Haupttribüne. Und natürlich stand er auf, als es hieß „Steht auf, wenn ihr Kieler seid“. Obwohl er in Duisburg geboren ist, ist er an der Ostsee zu Hause, seit 2012 spielt er für Rekordmeister THW Kiel. Kapuzenpulli? Ja, kaum zu glauben bei den Temperaturen, die in diesen Tagen in der Pfalz herrschen. In Kiel, ganz oben im Norden an der Ostsee, waren es am Samstagnachmittag 18 Grad bei frischer Brise. Wohl dem, der auf den rund 700 Kilometern mehr dabeihatte als nur kurze Hosen, T-Shirt und FCK-Schal.
Die Wegführung im Stadion war für manche Gäste kompliziert, auch weil ungewohnt. Zum ersten und zuvor letzten Mal spielte der FCK am 9. September 2017 in Kiel, verlor damals 1:2. Unglücklich für den FCK. Unlucky. Damals hieß es: böse Nachspielzeit. Diesmal reisten die Lauterer zufriedener ab. Wenn auch nicht vollends glücklich. In Anspielung auf Kevin Kraus’ 2:1 – in der Nachspielzeit – gegen Hannover, sagte FCK-Torjäger Terrence Boyd nun launig: „Vier Punkte nach zwei Spielen, das hätten vorher alle unterschrieben. Diesmal hatte der Krausi eben keinen Bock auf einen Lucky Punch.“ Sprach Boyd und lachte.


