1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Julian Krahl: Teufelskerl und Führungspersönlichkeit beim FCK

Julian Krahl ist eine Führungspersönlichkeit beim 1. FC Kaiserslautern.
Julian Krahl ist eine Führungspersönlichkeit beim 1. FC Kaiserslautern.

Zum zweiten Mal in dieser Saison spielt der FCK 0:0. Während aber das torlose Remis in Regensburg ein doppelter Punktverlust war, ist das 0:0 am Freitag in Nürnberg ein Erfolg des Willens – und einem Spieler besonders zu verdanken.

Das Lob kam aus berufenem Munde. Miroslav Klose, Trainer des 1. FC Nürnberg, stellte die herausragende Leistung von Julian Krahl, dem Torhüter des 1. FC Kaiserslautern, hervor. „Wir haben wie schon in der vergangenen Woche den Torwart in die Kicker-Elf-des-Tages geschossen“, sagte der frühere WM-Rekordtorschütze und Weltmeister von 2014 nach dem torlosen Remis. Der Anteil von Krahl war aber größer als der der „Clubberer“, denn der FCK-Schlussmann vereitelte alle Chancen des 1. FC Nürnberg – mit zum Teil tollen Paraden.

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Vornehmlich Krahl und der unermüdlich kämpfenden Lauterer Mannschaft war es zu verdanken, dass dieses Duell zweier Traditionsvereine vor 37.104 Zuschauern 0:0 endete. Nürnberg hatte viele gute Gelegenheiten, die Partie zu gewinnen. Aber Krahl, Abseitsstellungen und der Innenpfosten sorgten dafür, dass auf der Anzeigetafel der Spielstand nicht geändert werden musste. „Ich freue mich einfach, dass wir ein schwieriges Spiel überstanden haben. Wir haben gegen einen starken Gegner gespielt, Nürnberg hat das richtig gut gemacht. Wir haben alles reingeworfen. Es war stark, wie Jan Elvedi oder Boris Tomiak immer noch ein Bein reingekriegt haben, noch geblockt haben. Der Punkt war hart erkämpft, aber schon verdient. Wir sind froh heute mit dem Punkt. Die Jungs konnten nicht alles wegverteidigen, aber dafür bin ich ja auch noch da“, sagte Krahl.

Bundesligisten waren an Krahl interessiert

Der 24 Jahre alte Torwart des FCK ist zweifelsohne ein enormer Rückhalt. Er kam im Juli 2022 vom Drittligisten Viktoria Berlin. In den zwei Jahren seither entwickelte er sich zu einem der besten Torhüter in der Zweiten Bundesliga. Krahl besticht durch seine Reflexe, seine Furchtlosigkeit. Seine fußballerischen Fertigkeiten werden immer besser. Im Strafraumspiel steckt noch Potenzial. Jedenfalls hat Krahl das Interesse anderer Vereine geweckt. Unter anderem Bundesligist VfL Wolfsburg soll ihn beobachtet haben. Thomas Hengen, Geschäftsführer des 1. FC Kaiserslautern, reagierte und verlängerte den Vertrag Krahls Ende Mai dieses Jahres vorzeitig. Zumindest hat der FCK damit eine gewisse Zeit Ruhe.

Lauterns Verteidiger Jan Elvedi (rechts), hier im Zweikampf mir Rafael Lubach, hatte Anlaufschwierigkeiten am Freitag, steigerte
Lauterns Verteidiger Jan Elvedi (rechts), hier im Zweikampf mir Rafael Lubach, hatte Anlaufschwierigkeiten am Freitag, steigerte sich dann aber.

Krahl ist jedenfalls die unumstrittene Nummer eins. Trainer Markus Anfang lässt daran keine Zweifel. Auch im DFB-Pokal setzte Anfang auf ihn. Andere Cheftrainer nutzen den Pokalwettbewerb, um den anderen Torhütern im Kader Spielpraxis zu geben. Nicht beim FCK. Da wird es nur eine Veränderung geben, wenn sie unumgänglich ist.

Weil Julian Krahl einen Glanztag am Freitag in Nürnberg hatte, beendete der FCK nun schon zum vierten Mal in dieser Saison ein Ligaspiel ohne Gegentreffer. „Gerade mit Blick auf den Beginn der Saison oder auch die Vorsaison haben wir die Null gehalten“, sagte Krahl. In der vergangenen Spielzeit überstand der FCK nur zwei Ligapartien ohne Gegentor. Zwischenzeitlich erlebte die Mannschaft in der aktuellen Runde eine Phase, in der sie wieder zu viele Gegentreffer bekam.

Zum zweiten ohne (Gegen)-Tor

Das 0:0 am Freitag ist aber auch das zweite Spiel in dieser Zweiliga-Runde, in der der FCK kein Tor erzielte. Vor Wochen vermochte der FCK bei Jahn Regensburg nicht, seine Überlegenheit mit einem Tor zu belohnen. Zu einfallslos agierte Kaiserslautern in der Offensive. Beim FCN dagegen waren die Franken lange Zeit optisch die dominierende Mannschaft. Die Statistiken zeigen allerdings, dass der FCK mehr lief im Spiel, mehr Ballbesitz hatte, mehr Zweikämpfe gewann und mehr Pässe spielte. Aber erst Mitte der zweiten Halbzeit gab es durch Ragnar Ache die ein oder andere gute Chance, das Spiel noch zu gewinnen.

„Es wäre vielleicht typisch gewesen, wenn wir am Ende nochmal zugeschlagen hätten, weil Nürnberg viele Chancen hat liegenlassen. Am Ende müssen wir schon mit dem Punkt zufrieden sein, weil Nürnberg über 90 Minuten dominanter war. In der zweiten Halbzeit hatten wir zwei, drei Möglichkeiten, um in Führung zu gehen, aber vor der Pause war es zu wenig. Deshalb nehmen wir den Punkt jetzt mit“, sagte Lauterns Verteidiger Jan Elvedi. Gerade auch, weil Julian Krahl gegen die Mannschaft der Stunde in der Zweiten Liga zum Teufelskerl wurde.

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