1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Funkels Forderung im Abstiegskampf: Verlieren ist ab jetzt verboten

Ist sinnbildlich bereit, sein letztes Hemd zu geben: FCK-Coach Friedhelm Funkel.
Ist sinnbildlich bereit, sein letztes Hemd zu geben: FCK-Coach Friedhelm Funkel.

Der 1. FC Kaiserslautern steckt unten drin, verliert beim HSV und muss sich Sorgen machen. Aber es gibt Hoffnung, denn der Trainer findet klare Worte.

Es gibt Gründe, warum Friedhelm Funkel nicht nur in der Pfalz, sondern weit darüber hinaus eine große Popularität genießt. Einer von ihnen ist die Sprache, der es nicht an Klarheit fehlt. Der Mann, der den 1. FC Kaiserslautern vor dem Absturz in die Dritte Liga bewahren soll, hat ein Vokabular, dass die Menschen verstehen. Der 70-Jährige spricht nicht von abkippenden Sechsern, einem diametralen Spielaufbau oder Box-to-Box-Playern. Um den Trainer der Roten Teufel zu verstehen, muss man keine Trainerscheine gemacht haben oder Fremdsprachen beherrschen.

Am Ende eines Arbeitstages, der nicht so endete, wie er enden sollte, kurz bevor sich Funkel mit seinen Spielern in den Mannschaftsbus setzte und auf den Weg zurück in die Pfalz machte, sagte er einen Satz, der die Situation des FCK nicht besser hätte zusammenfassen können. „Wir müssen jetzt mit dem Verlieren aufhören“, sagte der Coach.

Tomiak: Lage ist gefährlich

Sieben Worte, die gleichermaßen wie ein Befehl und eine Beruhigungspille verstanden werden konnten. Funkel hatte vorher viel gesagt und dabei seine Mannschaft (zu Recht) gelobt. Der Trainer hatte viele positive Aspekte hervorgehoben, seinen Stolz über den Auftritt seiner Spieler zum Ausdruck gebracht. Aber Funkel hat in den zurückliegenden Jahrzehnten zu viel erlebt und zu viele Erfahrungen gesammelt, um die Augen vor der Realität zu verschließen. Trotz einer guten Leistung im Auswärtsspiel beim Hamburger SV hat sich die Situation der Roten Teufel nach dem Schlusspfiff verschlechtert. Nach dem 1:2 befinden sich die Lauterer auf einem direkten Abstiegsplatz – und weil die Konkurrenz im Keller der Zweiten Liga munter punktet, ist die Lage bedrohlich.

Ball und Spieler im Tor: Ragnar Ache erzielt das 1:1.
Ball und Spieler im Tor: Ragnar Ache erzielt das 1:1.

Tobias Raschl, der auf dem Feld einen positiven Eindruck hinterlassen hatte, der viele Bälle erobert und klug verteilt hatte, ließ keinen Zweifel daran, dass seine Kollegen und er bereit sind für die Aufgaben in den kommenden Wochen. „Wir wissen, in welcher Lage wir sind“, erklärte der Mittelfeldspieler, um einen Allgemeinplatz hinterherzuschicken: „Wir müssen jetzt noch näher zusammenrücken und uns voll auf die Aufgaben fokussieren.“ Sein Kollege Boris Tomiak war klarer in der Analyse. „Die Lage ist gefährlich. Der Druck ist da, die Saison ist nicht mehr lang“, sagte der Innenverteidiger. Tomiak fand aber den Bogen zu den positiven Eindrücken, die der FCK auf dem Platz gemacht hatte: „Wir können Mut haben, da wir gute Spiele gezeigt haben.“

Gute Spiele, schlechte Resultate

Die Lage rund um den Betzenberg ist so speziell, weil sich die Tabellensituation in den zurückliegenden Wochen verschlechtert hat, obwohl die Mannschaft so stabil wie selten in den laufenden Saison auftritt. Bei Hannover 96 (1:1), gegen Fortuna Düsseldorf (1:3) und eben beim HSV (1:2) stimmte die Leistung der Lauterer, nicht aber das Resultat. In Hamburg hatte der FCK nicht die besseren Fußballer auf dem Platz, war aber die bessere Mannschaft mit einem guten Plan. Es fehlte nicht viel, um beim Aufstiegsanwärter zu gewinnen. Der Treffer von Ragnar Ache reichte aber nicht (45.+1), weil die Norddeutschen zwei Mal trafen. Laszlo Benes (34.) und Lukasz Poreba (60.) schossen den HSV zu einem glücklichen Erfolg.

Frust und Freude: Hamburger Jubel nach dem 2:1.
Frust und Freude: Hamburger Jubel nach dem 2:1.

Gäbe es diese Phase irgendwann in der Hinrunde, könnte in dem Wissen um die gute Entwicklung einfach weitergearbeitet werden. Aber in der Endphase einer Saison, mittendrin im Abstiegskampf, ist eben das schwierig, weil die Ängste aus dem Umfeld drohen, sich auf das Team zu übertragen.

Funkel behält die Ruhe

Es wird schwer umzusetzen sein, aber Ruhe wird in den nächsten Tagen und Wochen oberste Pflicht für die Lauterer sein. Deshalb kommt auf Funkel eine wichtige Rolle zu, denn er muss nicht nur den Profis den Glauben an die Rettung vermitteln, sondern auch die Menschen im nahen und ferneren Umfeld des Teams davon überzeugen, dass alles gut wird. „Wir werden den Klassenerhalt schaffen“, sagt der Trainer-Veteran deshalb mit einer Selbstverständlichkeit wie das nur wenige können. Funkel hat in der Vergangenheit oft ähnliche Aufgaben erfolgreich gemeistert, zuletzt vor knapp drei Jahren, als er den 1. FC Köln aus einer ungleich schwierigeren Lage zum Bundesligaverbleib führte.

Vermutlich hat er den Spielern am Geißbockheim ähnliche Sätze gesagt wie am Samstag nach dem 1:2 des FCK beim Hamburger SV: „Wir müssen jetzt mit dem Verlieren aufhören.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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