1. FC Kaiserslautern FCK zwischen Angst und Zuversicht: Ein teuflisches Drama führt auf den Abstiegsplatz

Die FCK-Spieler sind enttäuscht nach dem 1:2.
Die FCK-Spieler sind enttäuscht nach dem 1:2.

Der 1. FC Kaiserslautern macht ein gutes Spiel, überzeugt beim Hamburger SV, verliert aber und steht auf einem Abstiegsplatz. Die Gemengelage ist diffus.

Friedhelm Funkel hielt eine Wasserflasche in der Hand und nippte hin und wieder an selbiger, Thomas Hengen tippte zunächst auf seinem Smartphone herum. Vor der Kabine, in die sich die Profis des 1. FC Kaiserslautern zurückgezogen hatten, suchten der Trainer und der Geschäftsführer der Roten Teufel auf unterschiedlichen Wegen nach Antworten. Funkel und Hengen wechselten ein paar Worte, der Inhalt des Gesprächs blieb aber unklar – zu weit waren die Protagonisten von dem Bereich entfernt, in der die Öffentlichkeit eine Chance des Zugangs hat.

Viel näher dran waren die Lauterer zuvor gewesen, in einem Aufeinandertreffen zweier Klubs, die einst Schwergewichte im deutschen Fußball waren. In der Gegenwart sind der Hamburger SV und der FCK nur noch Schwergewichte der Zweiten Liga, wenn auch mit höchst unterschiedlichen Sorgen. Während die Hamburger sich fürchten, zum siebten Mal daran zu scheitern, in die Bundesliga zurückzukehren, herrscht bei den Roten Teufel Angst vor dem Absturz in die Dritte Liga. Die Sorgen waren am Samstagnachmittag nach dem Aufeinandertreffen aufseiten der Lauterer größer geworden, denn der HSV gewann ein sehr unterhaltsames Fußballspiel 2:1 (1:1), obwohl er nicht die bessere Mannschaft auf dem frisch verlegten Rasen im Volksparkstadion gewesen war.

Lieber schlecht spielen, aber gewinnen

Die FCK-Verantwortlichen mit Hengen und Funkel an der Spitze befanden sich vor der schwierigen Lage, den passenden Mittelweg zwischen Ärger, Frust und Zuversicht zu finden, der nach dem Kick beim HSV angebracht war. „Ich spiele lieber schlecht und gewinne“, sagte Funkel mit einer Prise von Galgenhumor. Der Trainer hatte zuvor seine Spieler gelobt, erklärt, dass er angesichts des Auftritts ein Gefühl des Stolzes empfinde, aber all diese Eindrücke konnten die Realität nicht beiseiteschieben. Der FCK hatte in Hamburg verloren und steht sechs Spieltage vor dem Ende der Saison in der Zweiten Liga auf einem Abstiegsplatz.

Die Trainer Steffen Baumgart und Friedhelm Funkel an der Seitenlinie.
Die Trainer Steffen Baumgart und Friedhelm Funkel an der Seitenlinie.

Alle, die es mit dem FCK halten, wissen längst um die merkwürdige Gemengelage zwischen Pokaleuphorie und Ligasorgen, aber der Nachmittag in Hamburg verstärkte sie noch einmal. Vier Tage nach dem Einzug ins Pokalfinale in Berlin durch einen 2:0-Sieg in Saarbrücken gelang es nicht, die Freude über den Coup im Cup in ein gutes Resultat beim HSV weiterzuentwickeln. Trotz einer ordentlichen und in Teilen sogar richtig guten Vorstellung rutschten die Lauterer nach dem 28. Spieltag auf den 17. Platz in der Tabelle ab, weil Hansa Rostock am Freitagabend gewonnen hatte und am FCK vorbeigezogen war.

Toure scheitert gleich zwei Mal

„Wir wissen, in welcher Lage wir sind“, sagte Boris Tomiak, der die Roten Teufel erstmals in einem Pflichtspiel als Kapitän aufs Feld geführt hatte. Weil Jean Zimmer mit Knieproblemen ausgefallen war und Marlon Ritter eine Pause verordnet bekommen hatte, rückte Tomiak in der Hierarchie nach. Tomiak trug die Binde, wird sich aber nicht mit Freude an diese Premiere zurückerinnern, weil die Lauterer ein Spiel verloren, dass sie nicht hätten verlieren dürfen. So zumindest bewertete Funkel die Partie. „Da muss er das Tor machen“, sagte der FCK-Coach zu der Szene, in der Almamy Toure gleich zwei Mal scheiterte. Der rechte Verteidiger, beim Pokalsieg in Saarbrücken mit einem Treffer und einer Vorlage ein Held, geriet im Volkspark zum Unglücksraben. Nach einer Flanke von Aaron Opoku scheiterte Toure aus kurzer Distanz an HSV-Schlussmann Matheo Raab und verdaddelte – viel schlimmer noch – den Nachschuss aus fünf Metern. Toure traf den Ball nicht richtig, Raab wehrte noch einmal ab und wurde von den HSV-Fans umjubelt.

Ein Tor ins Tal der Tränen

Nur 30 Sekunden später war der Jubel in der Arena noch viel lauter, denn im Gegenzug gelang den Hamburgern das 2:1: Lukasz Poreba schickte die Lauterer mit seinem Tor ins Tal der Tränen. So endete eine verrückte Minute, die dem FCK im Rückblick möglicherweise noch mehr Schmerzen verursachen wird – sollte die Saison in einem sportlichen Unglück enden. Eine Begegnung, in der die Hamburger die besseren Fußballer auf dem Platz hatten, die Lauterer aber mit ihrer Spielidee und dem Konteransatz das bessere Team waren, hatte eine Wendung genommen. Die Roten Teufel versuchten, noch einmal den Ausgleich zu erzielen, doch der gelang nicht mehr.

In der ersten Halbzeit hatten sich die Funkel-Schützlinge spät für ihren couragierten Auftritt belohnt, als Ragnar Ache eine Vorlage von Opoku zum 1:1 veredelte (45.+1).

Julian Niehues bedrängt Laszlo Benes.
Julian Niehues bedrängt Laszlo Benes.

Der Treffer war gerecht und egalisierte den Hamburger Führungstreffer von Laszlo Benes (34.). Das Remis zur Pause war aus Sicht des FCK vollkommen verdient, eine Führung möglich. Wäre es am Ende bei einem Unentschieden geblieben, wäre die Stimmung beim Austausch von Funkel und Hengen vor der Kabine vermutlich deutlich optimistischer gewesen.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via GlomexSport.

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