Kommentar
Der FCK und die Abstiegsangst: Deshalb ist Friedhelm Funkel so wertvoll
Nie war Friedhelm Funkel für den 1. FC Kaiserslautern wertvoller als am Samstagnachmittag, und vermutlich wird das Wesen und die Routine des 70-Jährigen in den kommenden Wochen an Bedeutung noch zunehmen. „Ich werde nicht nervös“, sagte der Trainer der Roten Teufel nach der 1:2-Niederlage beim HSV, und weil er das mit einer Selbstverständlichkeit äußerte, die keinen Zweifel zuließ, wirkt der Coach beruhigend auf seine Spieler sowie das direkte und indirekte Umfeld des Klubs.
Die Roten Teufel stehen auf dem 17. Tabellenplatz in der Zweiten Liga, das Team befindet sich in akuter Abstiegsnot. Es wird in den kommenden Wochen um alles gehen, zumindest wird sich das für alle so anfühlen, die emotional am FCK hängen. Gerade deshalb wird es die Rettungschancen elementar erhöhen, dass mit Friedhelm Funkel ein Mann da ist, der Ruhe und Gelassenheit als vordringlichste Eigenschaften ausgemacht hat und vorlebt. Nach der bitteren Niederlage in Hamburg sagte er einen Satz, den er schon seit Wochen wiederholt: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir in der Liga bleiben.“
Funkel kann den Brand löschen
Er sagt diesen Satz mantrahaft und bewirkt damit, dass die Menschen um ihn herum ihn von Tag zu Tag etwas mehr glauben. Seine Mannschaft hat er bereits angesteckt, denn die zeigt auf dem Feld inzwischen mehr Überzeugung als über weite Teile der Saison und lehnt sich gegen Rückschläge auf. Der Feuerwehrmann Funkel, der als letzte Rettung verpflichtet worden war, spielt seine Rolle überzeugend. Sechs Spieltage vor Ende der Spielzeit ist die Situation rund um den Betzenberg brenzlig, aber die Chance, den Brand zu löschen, ist mit Funkel deutlich größer als ohne ihn.
Vor dem Pokalhalbfinale in Saarbrücken erklärte er den klassentieferen Kontrahenten solange zum Favoriten, bis es vermutlich sogar die Spieler aus dem Saarland ein kleines bisschen glaubten. Das Ende ist bekannt, der FCK triumphierte.
Ganz ähnlich soll es im Liga-Schlussspurt auch laufen. Funkel erzählt so lange, dass der FCK nicht absteigt, bis es alle glauben – und so aus einer Ankündigung des Trainer-Veteranen eine Wirklichkeit wird.
