1. FC Kaiserslautern
FCK wehrt sich gegen Kritik am Stadionfest
In einer Warteschlange ist Geduld gefragt. Egal wo – ob am Flughafen, bei einer Behörde, an der Kasse im Supermarkt. Nicht immer geht es zügig voran. Am Samstag beim Stadionfest des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern – der Verein bezeichnete diese Veranstaltung als Saisoneröffnung – mussten die über 16.000 Fans lange ausharren, bis sie bei der Autogrammstunde ihre Signatur bekamen. Für die Anhänger flutschte es jedenfalls nicht, empfanden sie. Ihren Frust äußern sie in den Kommentarspalten der Sozialen Medien. „Eine gute Stunde für Autogramme einzuplanen, wenn 16.000 Tickets verkauft wurden, ist ein Witz. Dazu muss man einmal ums Stadion laufen, um an jede Station zu kommen“, heißt es dort. Oder: „Erklärt das bitte einem fünf Jahre alten Kind, das 2,5 Stunden in der Schlange steht und gesagt bekommt: Sorry, ist jetzt fertig. Kein einziges Autogramm hat er bekommen“, schimpft ein anderer Fan.
Es bleibt nicht die einzige Kritik, die über den FCK hereinprasselt. So beschweren sich viele Menschen darüber, dass sie vor dem Spiel zu lange haben an den Eingangstoren stehen müssen. „Traurige Veranstaltung, bin schlimmer durchsucht worden als beim Hochrisikospiel gegen den KSC“, beklagt ein Fan. Zeitweise habe es nichts mehr zu trinken und zu essen am Verpflegungsstand vor der Osttribüne gegeben. Außerdem warten die FCK-Fans weiter auf die Auswärts- und Ausweichtrikots. Diese gibt es bislang immer noch nicht zu kaufen. Auch die roten Jerseys waren rasch vergriffen. Von „Armutszeugnis, Kreisklasse, schlechter geht’s nicht mehr“, schreiben enttäuschte und aufgebrachte Fans in den Foren.
Sonderwünsche der Fans
Der 1. FC Kaiserslautern äußert sich auf RHEINPFALZ-Nachfrage nun zu den Vorwürfen. Der Verein habe die Kritik wahrgenommen. Nach dem Stadionfest gab es eine Nachbesprechung. Dort hätten verschiedene Abteilungen über die einzelnen Missstände diskutiert. Jene FCK-Mitarbeiter hätten auch im Vorfeld über den Ablauf des Stadionfestes gesprochen und dabei verschiedene Szenarien durchgespielt. Es sei überlegt worden, die Autogrammstunde ins Freie zu verlegen. Das Risiko dabei: was tun, wenn es stark geregnet hätte und brütende Hitze gewesen wäre? Alle Spieler in die Nordtribüne zu setzen, hätte nichts an dem großen Andrang geändert. Dann hätten die vielen Fans an einer Stelle lange warten müssen. „Das Problem ist, dass viele Fans Sonderwünsche haben“, sagt Stefan Roßkopf, Leiter der Kommunikation: „Da werden noch Selfies gemacht, ein Trikot oder T-Shirt extra unterschrieben. Das summiert sich dann.“ Roßkopf sagt, es habe Vorschläge gegeben, am Ende der Autogrammstunde nur noch die Autogrammwünsche der Kinder zu erfüllen. Laut Roßkopf haben aber die Eltern dabei sein wollen.
Thomas Hengen, Geschäftsführer des FCK, betont, dass der FCK mehrere öffentliche Trainingseinheiten unter der Woche absolviert. Gestern beispielsweise zwei. „Da geben die Spieler und das Trainerteam auch Autogramme und unterschreiben mitgebrachte Trikots oder T-Shirts.“
Schon beim Fanspiel in Gau-Odernheim Mitte Juni habe es großen Andrang bei der anschließenden Autogrammstunde gegeben. Der FCK habe 2,5 Stunden und länger Autogramme geschrieben – und damit länger als mit dem Fanclub vereinbart, betont der FCK. Am Samstag beim Stadionfest habe ein Vereinsmitarbeiter versucht, die in der Westkurve wartenden Fans zu anderen Stationen zu bringen, weil dort die Warteschlange kürzer gewesen sei.
FCK vom Andrang überrascht
Der FCK räumt ein, dass er von dem großen Andrang überrascht worden sei – obwohl 16.000 Tickets im Vorfeld verkauft worden sind. Im Vergleich zum Vorjahr seien dreimal mehr Besucher gekommen. Zum Vorwurf der langen Warteschlangen vor dem Testspiel gegen 1860 München merkt der FCK an, dass die Einlasstore 90 Minuten vor Anpfiff geöffnet gewesen seien. Die Warteschlangen hätten sich deshalb gebildet, vermutet der Verein, weil Fans, die sich eine Karte für das Testspiel gekauft hatten, sich kostenlos ein T-Shirt vom DFB-Pokalfinale an einem Schalter an der Südtribüne hätten abholen können. Diese Warteschlange und die der Fans, die schon für die Begegnung gegen 1860 München anstanden, hätten sich dann vermischt.
Den Unmut der Fans bezüglich des begrenzten Angebotes an FCK-Trikots im Onlineshop begründet der FCK mit Lieferproblemen. Das sei auch der Grund, warum die Fans immer noch nicht das Ausweich- sowie das Auswärtstrikot präsentiert bekommen haben. Von einem Marketing-Flop will der FCK aber nicht sprechen. Vielmehr seien die vergangenen Jahre ein „Desaster“ gewesen. Da wurden Trikots im Vorfeld geleakt, Aufnahmen beim Fotoshooting an die Öffentlichkeit gespielt, oder es gelangten Bilder der neuen Jerseys über andere Wege an die Öffentlichkeit. Das war immerhin dieses Jahr nicht der Fall, weil keine Trikots da waren …
