1. FC Kaiserslautern
FCK siegt 4:1 gegen Magdeburg: Rennen und rackern bis zum Umfallen
Es gibt Abende, an denen klappt einfach alles. Da sitzt die Grätsche, da kommt der Pass an, da landet der Schuss im Tor, da stimmt das Tackling. Am Samstag vor 46.556 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion war so ein Abend. Es war das Abendspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Magdeburg – das Achte für den FCK in dieser Saison. Abendspiele liegen dem FCK. Da bot das Team spektakuläre Darbietungen, unter anderem gegen Hannover 96, gegen den FC Schalke 04, bei Fortuna Düsseldorf oder gegen den Hamburger SV.
Es gab aber auch Abendspiele, die gingen sozusagen in die Hose. Die 1:4-Niederlage in der Hinrunde beim FC Magdeburg war so eine Partie. Der FCM ist nämlich nicht gerade der Lieblingsgegner. Wenn es so etwas wie ein Angstgegner im Fußball gibt, dann ist der FC Magdeburg. In den bislang neun Aufeinandertreffen gewann der FCK nur eine Partie und verlor vier. Aber am Samstagabend besiegte der FCK diesen Fluch. 4:1 (2:0) gewannen die Roten Teufel. Es war das erste Mal, dass der FCK gegen Magdeburg im eigenen Stadion als Sieger vom Feld ging. Der bislang einzige FCK-Erfolg gegen die Ostdeutschen datiert vom 30. Mai 2020. Damals siegte Lautern 1:0 – in Magdeburg.
Doppelschlag von Daniel Hanslik
Von Hemmnis war am Samstag nichts zu spüren. Im Gegenteil: Der FCK agierte irgendwie befreit, beherzt und bestärkt. Der Doppelschlag von Daniel Hanslik (15., 20.) gab der Mannschaft Aufwind. Er gab der Mannschaft Selbstvertrauen. Kaiserslautern spielte stark weiter. Die Mannschaft wusste, dass sie sich mit einem Erfolg ein kleines Polster auf den direkten Abstiegsrang erarbeiten konnte. Denn der FCK hatte die Ergebnisse der Konkurrenten Rostock (verlor 1:2 gegen den Karlsruher SC) und Braunschweig (spielte 3:3 in Fürth) am Nachmittag mitbekommen. Solche Resultate ändern nichts an der Herangehensweise oder der Einstellung. Aber nach dem Sieg des FCK sorgen sie dafür, dass Kaiserslautern am Samstag bei Hertha BSC einen Matchball hat. Mit einem Sieg kann der FCK den vorzeitigen Klassenverbleib perfekt machen. „Wir sind noch nicht durch. Wir müssen noch einen Sieg einfahren oder zweimal punkten, egal wie“, sagte Geschäftsführer Thomas Hengen der RHEINPFALZ.
„Wenn die Mannschaft weiter so auftritt, wie in den letzten drei Spielen, dann werden wir die notwendigen Punkte holen“, sagte FCK-Trainer Friedhelm Funkel. Er bewertete den Erfolg gegen Magdeburg jetzt nicht über. Funkel bleibt geerdet. „Wir brauchen noch drei bis vier Punkte“, sagte er. Dann sei auch für ihn der Ligaverbleib sicher. Denn Funkel wolle den Klassenverbleib nicht über den Umweg Relegation verwirklichen. „Ich hoffe, es bleibt bei den beiden Spielen“, sagte er am Samstag nach dem Sieg.
FCK kann in Berlin den Ligaverbleib klar machen
Der 1. FC Kaiserslautern hat es jedenfalls bei Hertha BSC am Samstag, 11. Mai, in der Hand, den vorzeitigen Ligaverbleib unter Dach und Fach zu bringen. Mit der Leistung wie in Kiel oder gegen Magdeburg sind die Lauterer keineswegs chancenlos. In beiden Spielen überzeugte der FCK als Mannschaft. Funkel hatte gegen Magdeburg wieder eine Rochade vorgenommen. Kapitän Jean Zimmer blieb zunächst auf der Bank. Für ihn begann Ben Zolinski. „Ich hatte meine laufstärksten Spieler gebracht“, begründete er den Personalwechsel. Die laufstärksten Spieler sind Zolinski, Hanslik, Tobias Raschl und Kenny Prince Redondo. Sie spulen in jedem Training die meisten Kilometer ab, sagte Funkel. Eine laufstarke Mannschaft habe er schließlich gegen Magdeburg gebraucht. „Wir sind in Kiel 120 Kilometer gelaufen und heute wieder sechs oder sieben Kilometer mehr als der Gegner, es ist kein Zufall, dass du diese Spiele dann auch gewinnst“, sagte Geschäftsführer Thomas Hengen der RHEINPFALZ am SONNTAG.
Es war ein überzeugender Erfolg, ein verdienter Sieg. Der FCK hatte seine Chancen konsequent genutzt – Redondo (57.) traf zum 3:0, Jan Elvedi zum 4:1 (83.) – und verlor auch nach der taktischen Umstellung der Magdeburger nicht den Faden. Das war nicht immer so. „Ein großes Kompliment an die Mannschaft, die vor allem kämpferisch und läuferisch alles auf den Platz gebracht hat, was sie zu leisten imstande war. Die drei Punkte tun uns sehr, sehr gut, aber mehr ist es auch nicht“, sagte Funkel, für den die Partie und das Auftreten seiner Mannschaft einem typischen Betze-Spiel gleichkam. Deshalb mahnte Funkel: „Mit der Punktzahl werden wir nicht sicher in der Liga bleiben. Aber wir haben jetzt sieben Punkte aus drei Spielen geholt, und auf dem Weg müssen wir weitermachen.“
