Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel FCK: Auf dem Weg zurück in den Alltag

Hitze-Test: Trainer Markus Anfang nutzte bei hochsommerlichen Temperaturen eine Trinkpause für taktische Anweisungen.
Hitze-Test: Trainer Markus Anfang nutzte bei hochsommerlichen Temperaturen eine Trinkpause für taktische Anweisungen.

Der FCK gewinnt das Blitzturnier in Offenbach. Im Anschluss spricht Trainer Markus Anfang über die vergangenen Tage und die mentale Verfassung der Mannschaft nach dem Tod von Peter Miethe.

Beim ersten öffentlichen Auftritt nach dem tragischen Unfalltod von Zeugwart Peter Miethe im Trainingslager in Südtirol hat Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern einen Erfolg gefeiert. Die Roten Teufel gewannen das Blitzturnier in Offenbach durch ein 1:0 gegen Ligakonkurrent Fortuna Düsseldorf und ein 3:1 gegen die gastgebenden Kickers.

„Situation nicht leicht“

Die FCK-Spieler wollten die Ereignisse in Italien auf eigenen Wunsch nicht mehr thematisieren und sich auf das Sportliche konzentrieren. Im Anschluss an die beiden Spiele gegen den hessischen Regionalligisten und den Zweitliga-Konkurrenten gab FCK-Coach Markus Anfang aber Einblicke in das Seelenleben seines Teams etwas mehr als eine Woche nach dem Tod von Miethe. „Wir haben versucht, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, und sind mit dem Thema sehr sensibel. Jeder von den Jungs weiß, dass er das mit sich selbst ausmachen muss. Wir versuchen, uns da gegenseitig zu unterstützen, auch wenn die Situation nicht leicht für uns ist“, sagte der 50-Jährige.

Kaiserslautern hatte nach dem Tod von Miethe in der vergangenen Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. Auch Medientermine gab es nicht. „Wir haben langsam angefangen mit dem Training und versuchen, eine gewisse Normalität vorzuleben. Wenn einer der Spieler sich aber nicht in der Lage fühlt zu trainieren, darf er natürlich nach Hause gehen. Aber die Jungs ziehen es ganz gut durch“, betonte Anfang. Beim Turnier in Offenbach liefen alle drei teilnehmenden Mannschaften in Gedenken an Miethe mit Trauerflor auf.

Trinkpause nach 15 Minuten

Das Sportliche betreffend war Anfang zufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft. Bei extrem hohen Temperaturen – das Thermometer zeigte auch in Offenbach weit über 30 Grad – machten die Teams in jeder Partie nach rund 15 Minuten Spielzeit eine Trinkpause. Anfang: „Wir mussten heute eine hohe Konzentration an den Tag legen. Insgesamt sind alle trotz der Hitze gut durchgekommen. Viele Phasen in den beiden Spielen waren ordentlich.“

Der FCK war zu Beginn des Turniers aber erst einmal nur Zuschauer. Denn in der ersten Partie trafen die Kickers und die Fortuna aufeinander. Die FCK-Akteure verfolgten das Spiel eine gewisse Zeit von der Haupttribüne aus, bevor es in die Umkleidekabine ging. Bei einer Spielzeit von zweimal 30 Minuten besiegte der Regionalligist die Düsseldorfer, die am Freitag direkt aus dem Trainingslager in Bad Leonfelden in Österreich nach Frankfurt geflogen waren, mit 1:0. OFC-Kapitän Marc Wachs sorgte nach 21 Minuten mit einem direkt verwandelten Eckball für den Siegtreffer.

Torhüter als Kapitän

Im zweiten Spiel des Tages traf der FCK dann auf den Zweitliga-Konkurrenten aus Düsseldorf. Torhüter Julian Krahl führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Vor allem Philipp Klement und Richmond Tachie waren in den Anfangsminuten auffällig und sorgten bereits nach drei Minuten für die Führung der Lauterer. Tachie spielte den Ball von der rechten Seite zu Klement, der aus sechs Metern gekonnt abschloss.

Im weiteren Verlauf erlebten die Zuschauer auf dem Bieberer Berg, darunter auch rund 500, die dem FCK die Daumen drückten, eine Begegnung, in der Kaiserslautern in der ersten Hälfte besser war, Düsseldorf in der zweiten. Insgesamt war der Sieg der Roten Teufel aber nicht unverdient. „Das war heute eine gute Sache, mal 60 Minuten in die Beine zu kommen und Spielpraxis zu sammeln und die Abläufe, die man trainiert, im Spiel anzuwenden“, sagte der Torschütze des Spiels, Philipp Klement.

Mehr reden

Gegen Offenbach ging es nun also um den Turniersieg. Anfang wechselte auf allen elf Positionen durch, Kapitän war aber erneut der Torhüter, der dieses Mal Avdo Spahic hieß. „Der Hintergrund ist, dass wir allen ein Stück mehr Verantwortung geben. Ich will, dass die Mannschaft mehr redet. Und wenn du Kapitän bist, musst du kommunizieren. Am besten von hinten nach vorne“, erklärte Anfang die Maßnahme.

Spahic war allerdings auch Hauptbeteiligter am 0:1-Rückstand des FCK. Unbedrängt spielte er den Ball in die Füße von Offenbachs Almin Mesanovic, der Dimitrij Nazarov bediente, und der Routinier schloss souverän ab (11.). Sechs Minuten später passte Marlon Ritter in den Lauf von Aaron Opoku, der zum 1:1 ausglich. Nach dem Seitenwechsel war der FCK dann die stärkere Mannschaft. Daniel Hanslik (44.) und erneut Opoku (53.) machten mit ihren Treffern den Turniersieg perfekt. „Wenn man trifft, stärkt das jeden Spieler. Das war heute kein einfaches Ding bei der Hitze. In den letzten beiden Wochen bis zum Saisonstart müssen wir jetzt noch die nötige Spritzigkeit aufbauen“, stellte Doppeltorschütze Opoku fest.

Boris Tomiak (links), hier bei einer Schusschance im Fortuna-Strafraum, agierte gegen Düsseldorf als Sechser.
Boris Tomiak (links), hier bei einer Schusschance im Fortuna-Strafraum, agierte gegen Düsseldorf als Sechser.
Philipp Klement erzielte das Siegtor gegen Düsseldorf.
Philipp Klement erzielte das Siegtor gegen Düsseldorf.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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